+49 (0) 6725 3779 vorstand@cgcs-gau-algesheim.de
Chorge­mein­schaft Cäcil­ia-Sänger­lust
1848/1922 e.V.
Chorge­mein­schaft Cäcil­ia-Sänger­lust
1848/1922 e.V.

Komm mach mit! Singen im Chor hält Fit!

Chronik

Auszug aus der Festschrift zum 150 jährigen Bestehen der “Cäcilia” Aus der Geschichte des Musiklebens in der Stadt Gau-Algesheim

Der Blick in die Geschichte will geübt sein wie auch die rechte Darstel­lung des Musik­lebens in den zurück­liegen­den 150 Jahren. Ein his­torisch­er Anspruch dieser Chronik misst sich auss­chließlich an den Kri­te­rien Neugi­er und Unter­hal­tung. Damit soll gesagt sein, daß lediglich eine ganz per­sön­liche Auswahl von geschichtlichen Dat­en zusam­mengestellt wurde, für die ein beson­deres Inter­esse ver­mutet wird. Wenn das Musik­leben in unser­er Stadt beleuchtet wer­den soll, so muß auch der um 1570 in Gau-Algesheim geborene Chris­t­ian Erbach Erwäh­nung find­en. Zweifel­sohne ist der Kom­pon­ist und Orgelmeis­ter Chris­t­ian Erbach der berühmteste Sohn unser­er Stadt. Seine erste musikalis­che Aus­bil­dung erhielt er auf der Orgel in sein­er Heimatkirche. Zu Beginn des 17. Jahrhun­derts ver­zog die Fam­i­lie dann, ohne den Kon­takt zu ver­lieren, wie ein Ein­trag im Pfar­rbuch beweist. Zu Ruhm und Ehren hat Erbach es in Augs­burg gebracht, wo er 1635 als Domor­gan­ist ver­starb. Bevor nach den Anfän­gen der Chor­musik in Gau-Algesheim gesucht wird, sollte man die poli­tis­che und kul­turelle Lage, die um die Zeit herrschte, kurz betra­cht­en.

Revolution 1848/49“

Von Frankre­ich aus ging im Feb­ru­ar 1848 eine Welle von Rev­o­lu­tio­nen durch Europa. Auch wenn am Ende in allen Län­dern die reak­tionären Kräfte wieder an die Macht kamen, bes­timmten poli­tis­che Debat­ten und bewaffnete Auseinan­der­set­zun­gen das Gesicht der Jahre 1848/49. Die Auf­stände in Wien und Berlin vom März 1848 („Märzrev­o­lu­tion“) sowie demokratis­che Bewe­gun­gen in fast allen deutschen Län­dern, führten im Mai 1848 zur Eröff­nung der Ver­fas­sunggeben­den Nation­alver­samm­lung in der Frank­furter Paulskirche unter dem rhein­hes­sis­chen Präsi­den­ten Hein­rich von Gagern. Knapp 600 gewählte Abge­ord­nete, darunter der „Turn­vater“ Jahn, der Ger­man­ist Jakob Grimm, die Dichter Ernst Moritz Arndt und Lud­wig Uhland, sowie der spätere Mainz­er Bischof Wil­helm von Ket­tel­er, began­nen auf der Grund­lage der Ideen von Frei­heit, Volkssou­veränität und Demokratie die Ver­fas­sung eines deutschen Gesamt­staates auszuar­beit­en. Zu den demokratis­chen Errun­gen­schaften der deutschen Rev­o­lu­tion gehörte neben der Presse­frei­heit auch die Erlaub­nis, Vere­ine zu grün­den. Nach der gewalt­samen Nieder­schla­gung der Rev­o­lu­tion ver­lor der „Deutsche Michel“ schnell das Inter­esse an der Poli­tik und wid­mete seine ganze Kraft der wirtschaftlichen Entwick­lung. Die Auf­stände in Wien und Berlin vom März 1848 („Märzrev­o­lu­tion“) sowie demokratis­che Bewe­gun­gen in fast allen deutschen Län­dern, führten im Mai 1848 zur Eröff­nung der Ver­fas­sunggeben­den Nation­alver­samm­lung in der Frank­furter Paulskirche unter dem rhein­hes­sis­chen Präsi­den­ten Hein­rich von Gagern. Knapp 600 gewählte Abge­ord­nete, darunter der „Turn­vater“ Jahn, der Ger­man­ist Jakob Grimm, die Dichter Ernst Moritz Arndt und Lud­wig Uhland, sowie der spätere Mainz­er Bischof Wil­helm von Ket­tel­er, began­nen auf der Grund­lage der Ideen von Frei­heit, Volkssou­veränität und Demokratie die Ver­fas­sung eines deutschen Gesamt­staates auszuar­beit­en. Zu den demokratis­chen Errun­gen­schaften der deutschen Rev­o­lu­tion gehörte neben der Presse­frei­heit auch die Erlaub­nis, Vere­ine zu grün­den. Nach der gewalt­samen Nieder­schla­gung der Rev­o­lu­tion ver­lor der „Deutsche Michel“ schnell das Inter­esse an der Poli­tik und wid­mete seine ganze Kraft der wirtschaftlichen Entwick­lung.

1848 Vereinsgründung

Nach der Über­liefer­ung waren es 16 sanges­fro­he Män­ner, die sich unter der Leitung von Lehrer Bartholomäus Sut­ter zusam­men­fan­den und den Gesangvere­in „Cäcil­ia“ als Quar­tettvere­in grün­de­ten. Lei­der sind aus jen­er Zeit keine schriftlichen Aufze­ich­nun­gen vorhan­den, so daß nur 11 Sänger in den späteren Unter­la­gen namentlich genan­nt sind. Dies waren: Friedrich Barth 1. Friedrich Barth 2. Michael Barth Theobald Den­gler 5. Johann Den­gler 4. Josef Deis­ter Karl Diehl Hein­rich Hat­te­mer 7. Johannes Hemmes Johann Hes­sel 5. Hein­rich Hes­sel 4. Es ist auszuschließen, daß die Grün­dung des Gesangvere­ins poli­tis­che Wurzeln hat. Es war wohl die Idee, gemein­sam zu sin­gen und sich unter Män­nern zu regelmäßi­gen Proben, die damals im Rathaus­saal stat­tfan­den, außer­halb der Fam­i­lien zu tre­f­fen. So ist es auch zu erk­lären, daß dem Vere­in als Kor­po­ra­tion von Sr. kgl. Hoheit, Großher­zog Lud­wig III., eine öffentliche Belo­bi­gung, für die Nicht­teil­nahme an der dama­li­gen Frei­heits­be­we­gung aus­ge­sprochen wurde. Ihre Losung hieß „Rein im Lied, rein im Wein, drum singt und trinkt am deutschen Rhein“ und machte deut­lich, daß man dem Lied eben­so wie der Gesel­ligkeit zuge­tan war. Bere­its seit dem aus­ge­hen­den Mit­te­lal­ter waren Chorsänger, die „Chorales Chori“, als Mit­gestal­ter des Gottes­di­en­stes in der kath. Pfar­rkirche tätig. Da ab 1850 in der Kirchen­rech­nung die Aus­gaben von 70 Gulden und 40 Kreuzern für diese Gruppe nicht mehr auf­tauchen, kann man davon aus­ge­hen, daß der junge Vere­in aus ihnen her­vorge­gan­gen ist. Im Jahre 1848 kam auch ein neuer kath. Pfar­rer, Johann Anton Waldeck, aus Hei­desheim, zulet­zt Pfar­rer in Sulzheim, nach Gau-Algesheim. Da in sein­er Heimat­ge­meinde Hei­desheim bere­its seit 1842 ein Gesangvere­in Cäcil­ia bestand, hat er wahrschein­lich die Grün­dung dieses weltlichen Män­ner­chores unter dem from­men Namen gefördert. Der Vere­in ver­stand sich so stark an die katholis­che Kirche gebun­den.

1850 erste Vereinsfahne

Der Vere­in hat­te bere­its eine stat­tliche Mit­gliederzahl, und so wurde eine Vere­ins­fahne angeschafft. Diese erste Fahne, heute noch in einem rel­a­tiv guten Zus­tand vorhan­den, ist aus grün­er Sei­de hergestellt. Sie trägt das Bild der „heili­gen Cäcil­ia“ und die Schrift „Der Cäcil­ia Vere­in zu Gau-Algesheim“. Wer die Fahne ange­fer­tigt hat, ist lei­der nicht zu ergrün­den. Aus Anlaß des 50jährigen Beste­hens im Jahre 1898 wur­den von den Schwest­ern der Göt­tlichen Vorse­hung in Mainz die Stick­ereien erneuert und die Jahreszahlen 1848 — 1898 neu aufge­stickt. Die Fahne wurde bei einem Konz­ert mit Ball am 26. Dezem­ber 1850 im Lokal von Johann Immer­schitt, Lang­gasse, fes­tlich eingeweiht.Durch den har­monis­chen Ver­lauf des Fah­nen­wei­h­festes erwarb sich der Vere­in immer mehr Fre­unde und Gön­ner in der Bürg­er­schaft. Die Chor­leitung hat­te Lehrer Weber über­nom­men, da Lehrer Sut­ters „dien­stlich­es wie außer­di­en­stlich­es Ver­hal­ten“ zu Beschw­er­den führte und er sich deshalb vor der Großher­zoglich Hes­sis­chen Bezirks-Schul-Com­mis­sion ver­ant­worten mußte. Anfang der 60er Jahre wurde dann Lehrer Philipp Beck­er neuer Chor­leit­er. Die alljährlichen Konz­erte mit Ball fan­den damals regelmäßig am zweit­en Wei­h­nachts­feiertag, abwech­sel­nd im Gasthause Joh. Immer­schitt und im Hotel Kaiser, statt. Die Bürg­er­schaft unter­stützte die Ver­anstal­tun­gen in großem Maße.

1863 Gründung eines Kirchengesangvereins

In der Festschrift zum 100jährigen Beste­hen des MGV 1881 e.V. Gau-Algesheim im Jahre 1981, schreibt Pfar­rer Dr. Lud­wig Hell­riegel, daß 1863 ein Kirchenge­sangvere­in von Pfar­rer Anton Waldeck gegrün­det wurde. Am 1. Mai 1865 schrieb dieser Pfar­rer an das Bis­chöfliche Ordi­nar­i­at in Mainz: „.… Seit über 2 Jahren hat sich dahi­er unter Leitung von Her­rn Lehrer Jos. Nik. Gölz ein Kirchenge­sangvere­in, auch Kirchen­chor genan­nt, aus nun­mehr 15 muster­haften, den besseren und besten Fam­i­lien dahi­er ange­hören­den jun­gen Leuten beste­hend, mit dem bes­timmt aus­ge­sproch­enen Zweck gebildet, auss­chließlich den Kirchenge­sang zu cul­tivieren und dadurch zur Ver­her­rlichung des Gottes­di­en­stes nach Kräften beizu­tra­gen, was gewiß jet­zt bei der nun bevorste­hen­den Ein­führung des Diöze­sange­sang­buch­es als sehr löblich und zweck­mäßig anerkan­nt wer­den muß. “ Dieser Kirchenge­sangvere­in bestand bis zum Jahre 1903. Etliche noch vorhan­dene Noten­blät­ter beweisen, daß dieser Chor auch vier­stim­mige lateinis­che Meßgesänge beherrschte. Die Grün­dung eines eige­nen Kirchenge­sangvere­ins trug maßge­blich dazu bei, daß der Gesangvere­in „Cäcil­ia“ sich in zunehmen­dem Maße als weltlich­er Vere­in ver­stand.

1867 zweite Vereinsfahne

Auf dem Besitz­tum der Gast­wirtschaft von Hein­rich Kaiser 3. Wwe. wurde ein Sänger­fest, ver­bun­den mit der Wei­he ein­er zweit­en Vere­ins­fahne, abge­hal­ten. Die Fes­tlichkeit hat­te den Charak­ter ein­er engeren Feier. Diese zweite Vere­ins­fahne aus rot­er Sei­de, trug die Auf­schrift „Cäcilienge­sangvere­in“. In der Chronik wird berichtet, daß unter der Leitung von Her­rn Lehrer Beck­er, der bis zum Jahre 1878 den Diri­gen­ten­stab schwang, die Vere­in­sak­tiv­itäten sehr rege waren. Als Vere­inslokal wurde der Rathaus­saal genutzt.

1870 — 1880 Der Verein entwickelt sich zu einem Faktor in der Stadt

08. Mai 1870 Besuch des Sänger­festes in Appen­heim. 16. Okt. Wohltätigkeit­skonz­ert zu Gun­sten der im Felde ste­hen­den Sol­dat­en. 19. Juni 1871 Mitwirkung bei Friedens­fest­feier anläßlich der Beendi­gung des Krieges 1870/71. 16. Juni 1872 Mitwirkung an der Geburt­stags­feier des Großher­zogs Lud­wig III. 26. Juni Mitwirkung an der Fes­t­feier zum 25. Pon­tif­ikat von Papst Pius IX. 27. Okt. Konz­ert im Lokal Immer­schitt, Lang­gasse, zum Bes-ten des hiesi­gen Kirchen­baues. 26. Dez. Wei­h­nachts­feier im Hotel Kaiser. Der Rheinis­che Volks­bote berichtet: „Sämtliche Vorträge zeigten deut­lich den Eifer und die Fortschritte der Sänger mit ihrem geschätzten Diri­gen­ten, Her­rn Lehrer Beck­er“. 17. Juni 1873 Mitwirkung an der Feier des 25jährigen Regierungs-jubiläums des Großher­zogs Lud­wig III. 29. Juni Zur Erin­nerung an die großen Tage des glo­r­re­ichen Feldzuges von 1870/71 wurde 1872 in Gau-Algesheim ein Kriegervere­in gegrün­det. Bei deren Fah­nen­wei­he wirk­te der Vere­in mit. 22. Nov. Feier des 25jährigen Stiftungs­festes in Verbindung mit dem Namensfeste der heili­gen Cäcil­ia im Lokale von Gast­wirt Josef Deis­ter, Bahn­hof­s­traße. 28. Juni 1874 Besuch des Sänger­festes in Großwin­tern­heim. 22. Nov. „Cäcilien­feier“ im Hotel Kaiser, Ock­en­heimer Straße.

1875

Das Jahr zeigt die hohe Auf­fas­sung des Ideals, das die Sänger und Diri­gent ver­ban­den in dem Streben, ihr Kön­nen auch in den Dienst des Kirchenge­sanges zu stellen. Am Palm­son­ntag wurde im Hochamt die Pas­sion vor­ge­tra­gen. An Diri­gent und Sänger wur­den große Anforderun­gen gestellt, die durch den uner­müdlichen Ein­satz von Lehrer Beck­er mit seinem Chor durch Soli- und Gesamtvorträge glänzend gelöst wur­den. 06. Juni Besuch des Sänger­festes in Dromer­sheim. 01. Jan. 1876 Neu­jahrs­ball im Hotel Kaiser 18. Juni Teil­nahme am Sänger­fest in Mom­bach. 03. Juni 1877 Mitwirkung an der Fes­t­feier des 50jährigen Bischof­sju­biläums von Papst Pius IX. 23. Juni Mit welch­er Liebe und Hochachtung die Sänger ihrem Diri­gen­ten zuge­tan waren, zeigt die Feier des Namensfestes von Her­rn Beck­er. Im traut­en Kreise im Garten des aktiv­en Mit­gliedes Theobald Hat­te­mer III, in der Graben­straße neben der Kleinkinder­schule, fand man sich zusam­men. Der „Rheinis­che Volks­bote“ berichtete: „Ansprachen und Gesangsvorträge wech­sel­ten in schön­ster Weise miteinan­der ab. Bei per­len­dem Wein klan­gen die her­rlichen Chöre in die stern­klare Nacht. In ani­miert­er Stim­mung tren­nte man sich beim Mor­gen­grauen“. 08. Juli Besuch des Sänger­festes in Ock­en­heim. 15. Juli Mitwirkung bei der Ein­wei­hung des neuer­baut­en Saal­baues in der Nähe des Bahn­hofs (später Fa. Ave­nar­ius). 12. Aug. Lau­ren­z­ifest; Auf­führung ein­er lateinis­chen Messe im Hochamt. 14. Okt. Konz­ert und Ball im neuen Saal­bau.

1878

Das Jahr brachte dem streb­samen Vere­in einen Diri­gen­ten­wech­sel. Krankheit­shal­ber und mit Rück­sicht auf das Alter mußte Lehrer Beck­er den Diri­gen­ten­stab in die Hände von Lehrer Krämer leg­en. 19. Jan. 1879 Konz­ert im Hotel „Kaiser“ unter der Leitung des neuen Diri­gen­ten. 13. Juli Teil­nahme am Sänger­fest, ver­bun­den mit Fah­nen­wei­he in Hei­desheim. 23. Nov. „Cäcilien­feier“ im Immerschitt’schen Lokale in der Lang­gasse, zusam­men mit dem „Kath. gesel­li­gen Vere­in“, der im Okto­ber 1871 von Pfar­rer Kos­er ins Leben gerufen wurde. 09. Febr. 1880 Fast­nachtsmon­tag: Konz­ert im Lokale Immer­schitt. 20. und 21.Juni Mitwirkung beim 6. rhein­hes­sis­chen Feuer­wehrtag, der in der Stadt anläßlich des 20. Stiftungs­festes der hiesi­gen Feuer­wehr abge­hal­ten wurde. Die Aufze­ich­nun­gen der ersten 32 Jahre zeigen, daß der Vere­in neben dem rou­tinemäßi­gen Vere­ins- und Probenbe­such auch an öffentlichen Ver­anstal­tun­gen in- und außer­halb der Stadt teilgenom­men hat. Dabei han­delt es sich durch­weg um Sanges­feste, Geburts- und Erin­nerungs­feiern für kirch­liche Wür­den­träger und Lan­des­fürsten. Durch die Auftritte hat­te sich der Vere­in bestes Anse­hen in der Bevölkerung ver­schafft.

1881 Gründung des Männergesangvereins

Dieser Gesangvere­in wurde von 15 Män­nern ins Leben gerufen, die teil­weise bis dahin der „Cäcil­ia“ (Johann Kro­nen­berg­er) und dem Kirchenge­sangvere­in 1863 (Philipp Jakob Den­gler) ange­hörten. Der Wahlspruch des neuen Vere­ins „Im Sange rein und treu im Wort, in Ein­tra­cht bleiben immer­fort!“ läßt ver­muten, daß es den Grün­dern im wesentlichen auf eine weit­ere Inten­sivierung der Chorar­beit ankam. Ein Beleg dafür ist auch, daß der Vere­in bere­its im Jahre 1896 einen Gesangswettstre­it in Hei­desheim besuchte.

1881 Mit neuem Chorleiter und neuem Vorsitzenden in das neue Jahrzehnt

Da Lehrer Krämer zur Volkss­chule Hei­desheim ver­set­zt wurde, über­nahm Lehrer Karl Palz­er, angestellt an der kath. Lehranstalt Gau-Algesheim, die Leitung des Cäcilien­vere­ins. Bei der alljährlichen ordentlichen Gen­er­alver­samm­lung wurde Beige­ord­neter Kon­rad Schmitt_2. zum 1. Vor­sitzen­den des Vere­ins gewählt.

1882 — 1897 Wechselvolles Vereinsgeschehen

11. Juni 1882 Teil­nahme am Sänger­fest in Winkel/Rheingau. 25. Juni Mitwirkung bei der Fah­nen­wei­he des Turn­vere­ins „Ein­tra­cht“ Gau-Algesheim. 26. Dez. 1883 Konz­ert mit Ball im Hotel Kaiser. 15. Juni 1884 Besuch des Sänger­festes in Gab­sheim. 01. Jan. 1885 Konz­ert mit Christ­baumver­losung im Hotel Kaiser. Die vor­ge­tra­ge­nen Lieder gaben Zeug­nis, daß die Sänger und ihr Diri­gent, Lehrer Palz­er , im ver­flosse­nen Jahre fleißig der edlen Sangeskun­st obla­gen. 25. Mai Mitwirkung beim 25. Stiftungs­fest mit Fah­nen­wei­he der Frei­willi­gen Feuer­wehr. 07. Juni Besuch des Sänger­festes in Aspisheim. 15. Nov. Abhal­tung eines Balles mit Ein­la­gen von Lied­vorträ­gen im Saal­bau. 28. Febr. 1886 Konz­ert zu Gun­sten des Kirchen­baues im Saal­bau, das von dem Cäcilien­vere­in und dem Män­nerge­sangvere­in gestal­tet wurde. Im Pro­gram­m­druck waren als Preise angegeben: I. Platz M. 1,50; II. Platz 50 Pf.; Steh­platz 25 Pf., jedoch sind der Wohltätigkeit keine Gren­zen geset­zt. Das Konz­ert wurde in kul­tureller und finanzieller Hin­sicht ein großer Erfolg. 26. April Oster­mon­tag: Konz­ert und Ball im Hotel Kaiser. 06. Juni Teil­nahme am Sänger­fest in Büdesheim. 01. Jan. 1887 Konz­ert mit Christ­baumver­losung im Saal­bau. 27. Juni Mitwirkung beim Volks­fest anläßlich des Gau­turn­festes in Gau-Algesheim. 26. Dez. Feier des 50jährigen Priester­ju­biläums von Papst Leo XIII (1878 — 1903).

1888 Gründung des Kirchenmusik-Vereins durch Pfarrer Koser

Um die Gottes­di­en­ste fes­tlich­er gestal­ten zu kön­nen, grün­dete Pfar­rer Kos­er im Jan­u­ar 1888 den Kirchen­musik-Vere­in, nach­dem sich die Pfar­rge­meinde bei fes­tlichen Anlässen mit Musik­ern aus Nach­barge­mein­den behelfen mußte. Aus Spenden und Mit­teln der Kirchenge­meinde wur­den Instru­mente für 15 Musik­er angeschafft. Mit der Leitung wurde der Mainz­er Kapellmeis­ter J.M. Wet­zel betraut. Die 15 Musik­er hat­ten teil­weise Notenken­nt­nisse durch den Gesangvere­in „Cäcil­ia“, aber keine Instru­men­taler­fahrung. Erster Vor­sitzen­der wurde Pfar­rer Kos­er, zweit­er Vor­sitzen­der Eduard Hat­te­mer I. der über viele Jahre bei der „Cäcil­ia“ das Amt des Ökonoms inne hat­te. Bei­de Vere­ine hat­ten ein gutes Ein­vernehmen, Musik­er und Sänger gestal­teten in den Fol­ge­jahren viele Konz­erte zusam­men. 02. April 1888 Ball mit Ein­lage von Lieder­vorträ­gen im Hotel Kaiser. 10. Juni Teil­nahme am Sänger­fest in Appen­heim. 01. Jan. 1889 Neu­jahrskonz­ert mit Ball im Saal­bau. 23. Juni Sänger­fest in Weil­er. 18. Aug. Ein­wei­hung der neuen kath. Kirche. Mitwirkung bei der Ova­tion zu Ehren des hochw. Her­rn Bischofs Paulus Leopold Haffn­er. 04. April 1890 Oster­mon­tag: Ball im Pfälz­er Hof von Georg Kiesel. 06. Juli Mitwirkung bei dem Sänger­fest mit Fah­nen­wei­he des MGV Gau-Algesheim. 01. Jan. 1891 Konz­ert und Ball im Saal­bau. Der Rheinis­che Volks­bote schreibt: „Die vor­ge­tra­ge­nen Chor­lieder zeu­gen von dem Fleiße und der treuen Pflichter­fül­lung des Diri­gen­ten, Her­rn Lehrer Palz­er, und dem Bemühen des Vere­ins. Die humoris­tis­chen Vorträge waren sehr gut gewählt und man erkan­nte so recht den gesun­den Humor der Sänger“. 06. Juni 1892 Pfin­gst­mon­tag: Teil­nahme am 25. Stiftungs­fest des GV „Liederkranz“ Groß-Win­tern­heim. 20. Aug. Mitwirkung bei der Fes­t­feier zur Ein­wei­hung der „Ein­tra­cht“ Turn­halle. 1893/94/95 Die üblichen Neu­jahrkonz­erte. 26. Jan. 1896 Konz­ert mit Ball im Saal­bau. Die Kri­tik sagt: „Alle Lieder, worunter recht schwere Kom­po­si­tio­nen waren, wur­den exakt vor­ge­tra­gen und Chor­leit­er und Sänger ern­teten jedes­mal wohlver­di­en­ten Beifall.“ 01. Jan. 1897 Konz­ert mit Ball im Pfälz­er Hof. 26. Jan. Geburt­stags­feier für Kaiser Wil­helm II., auch unter der Mitwirkung des kath. Kirchen­musikvere­ins. Hier­bei und auch bei vie­len anderen Gele­gen­heit­en sei nicht uner­wäh­nt, daß Sänger und Musik­er ein enges Fre­und­schaftsver­hält­nis miteinan­der verbindet und sie sich gegen­seit­ig unter­stützen.

1898 Das Jahr ist ein Markstein in der Vereinsgeschichte. Feier des goldenen Vereinsjubiläums verbunden mit Weihe einer neuen Fahne.

Neu­jahrstag: Eröff­nung des Jubel­jahres mit einem Konz­ert und Ball im Saal­bau. Der Konz­ertkri­tik­er schreibt: „Der Sänger­schar sowie dem Vere­ins­diri­gen­ten, Her­rn Lehrer Palz­er, gebührt voll­ste Anerken­nung für die darge­bote­nen Leis­tun­gen.“ Eigentliche Fest­tage: 26. und 27. Juni 1898. Als Fest­platz wird die Gemeinde-Ble­iche gewählt. Die Wirtschaft auf dem Fest­platz und in der Turn­halle wird in eigen­er Regie über­nom­men. 2 Stück Wein wur­den angekauft und zwar 1 Stück zu M 475 von Eduard Hat­te­mer, 1 Stück zu M 490 von Gebr. Selig­mann. Die Ver­anstal­tun­gen find­en unter freiem Him­mel statt. Von den im Jan­u­ar 1898 ein­ge­lade­nen auswär­ti­gen Vere­inen haben 22 ihre Mitwirkung zuge­sagt. Der Vor­stand bestand z.Zt. des Festes aus fol­gen­den Her­ren: Kon­rad Schmitt II, Großherz. Beige­ord­neter, 1. Präsi­dent August Ball, Schmiede­meis­ter, Vice Präsi­dent Joh. Jos. Eduard Hat­te­mer, Land­wirt, Ökonom Phil. Hat­te­mer V., Schrein­er­meis­ter, Kassier­er Johann Wein­er, Schrift­führer. Die noch leben­den sieben Mit­be­grün­der, die Her­ren Friedrich Barth 2., Michael Barth, Johann Den­gler 4., Theobald Den­gler 5., Hein­rich Hat­te­mer 7., Hein­rich Hes­sel 4. und Johannes Hemmes, wur­den zu Ehren­mit­gliedern ernan­nt. An Her­rn Hein­rich Förster, Bin­gen (Diri­gent des Kirchen­musikvere­ins), wird die Musik während der Fest­tage für zusam­men 280 Mark inklu­sive Fahrt vergeben. Am ersten Tage wer­den 16 Musik­er und am zweit­en Tage 10 Musik­er spie­len. Der ganze Vere­in soll bei dem Feste ein­heitlich gek­lei­det sein und zwar schwarz, Gehrock und Zylin­der. Für die Fest­damen soll Fräulein Lenchen Vinzens unter Assis­tenz von Fräulein Anna Hat­te­mer den Pro­log sprechen. Der Rheinis­che Volks­bote schreibt am 28. Juni 1898 u.a.: „Das Jubiläums­fest des Cäcilien­vere­ins begann nicht unter gün­sti­gen Aus­pizien (Vorbe­din­gun­gen). Der Him­mel war mit Wolken bedeckt und leichter Regen­schauer fiel von Zeit zu Zeit nieder. Trotz­dem stell­ten sich schon zur Frühe viele fremde Gäste ein.….…“. Bei Anwe­sen­heit von 22 auswär­ti­gen Vere­inen, sowie sämtlich­er Ortsvere­ine, wurde pro­gram­mgemäß gefeiert.“ Nach Abrech­nung kon­nten die Ver­ant­wortlichen fest­stellen, daß trotz des schlecht­en Wet­ters das Fest noch recht gün­stig ver­lief und ein Gewinn von 181,34 Mark zu ver­buchen ist! 08. Okt. Teil­nahme an der Ova­tion für Bürg­er­meis­ter Kleisinger anläßlich sein­er Wieder­wahl. 13. Nov. Mitwirkung beim Konz­ert der Kirchen­musik. Die Zeitreise durch die ersten 50 Jahre geben ein getreues und inter­es­santes Spiegel­bild der Vere­in­sar­beit. Sie zeigt, wie sehr sich der Vere­in um die Gestal­tung des städtis­chen Gemein­schaft­sleben bemüht hat. Die Sänger begrif­f­en sich noch nicht als Träger von kul­turellen Auf­gaben. Für sie war das Sin­gen ein Vergnü­gen, ohne einen kün­st­lerischen Sendungsauf­trag wahrzunehmen. In die öffentlichen Konz­erte paßten daher auch dur­chaus humoris­tis­che Ein­la­gen, und man war stolz, wenn dies beson­ders gewürdigt wurde. Neben Opern- und Operettenchören wur­den Kom­po­si­tio­nen gesun­gen, die geschichtlich­es, religiös­es und vater­ländis­ches Gedankengut wider­spiegel­ten und den Empfind­un­gen der dama­li­gen Zeit angepaßt waren. Es ist daher nicht ver­wun­der­lich, daß uns heute viele dieser Texte und Melo­di­en sen­ti­men­tal und rührselig erscheinen.

1899 — 1913 Mit personellen Veränderungen in das nächste Jahrhundert

Die Neu­jahrkonz­erte waren mit­tler­weile zum fes­ten Bestandteil eines jeden Jahres gewor­den. Für die in den let­zten Jahren aufk­om­menden Gesangswettstre­ite kon­nte sich der Vere­in bish­er nicht begeis­tern. Das hing sicher­lich auch damit zusam­men, daß der Chor auss­chließlich von Lehrern der hiesi­gen Volkss­chule betreut wurde. Per­son­elle Änderun­gen bracht­en auch neue Ziele und ansteigende Sängerzahlen. Die Zahl schwank­te zwis­chen 29 und 49. Aus den Unter­la­gen ist her­auszule­sen, daß dies von der Har­monie inner­halb des Vere­ins abhängig war. 05. April 1902 Der 1. Vor­sitzende, Herr Beige­ord­neter Kon­rad Schmitt 2., ver­starb nach län­gerem Lei­den. Neuer Präsi­dent wurde August Ball. Ihm fol­gte dann 1904 Stad­trat Peter Hellmeis­ter 2. Aus gesund­heitlichen Grün­den trat nach 22 Jahren Chor­leit­er Lehrer Palz­er zurück. Nach ein­er Über­gangszeit wurde Musik­lehrer August Förster aus Bin­gen mit der Chor­leitung betraut. Damit ging auch die Ära der Lehrer als Chor­leit­er zu Ende. Förster war in Gau-Algesheim kein Unbekan­nter, denn er leit­ete seit 1895 den kath. Kirchen­musikvere­in. Für jede Gesang­sprobe erhielt er 3,50 DM. Ein­studierungsin­stru­ment war die Geige. Von Orgel­bauer Kör­fer wurde für die jährlichen Konz­erte ein Klavier für 10 Mark und zwei Freikarten aus­geliehen. Unter der Stabführung von Förster ent­fal­tete sich das Vere­insleben neu. Für den Vere­in brach eine neue Zeit­epoche an. 22. Nov. 1903 August Kleisinger in Gau-Algesheim geboren. Über mehrere Jahrzehnte war die „Kapelle Kleisinger“ ein Begriff in Gau-Algesheim und Umge­bung. Viele Konz­ertver­anstal­tun­gen und Bälle wur­den durch ihre Musik bere­ichert. August Kleisinger war ein „Voll­blut­musik­er“. Er spielte acht Instru­mente und war auf­grund sein­er Aufgeschlossen­heit ein gefragter Part­ner der Vere­ine. Er starb am 3. Dezem­ber 1989. 02. Febr. 1906 Die Gen­er­alver­samm­lung beschließt, daß junge stimm­be­gabte Män­ner vom 18. Leben­s­jahr an, als Mit­glieder aufgenom­men wer­den und dem Zug der Zeit fol­gend, an Gesangswettstre­it­en teilgenom­men wird. 01./02. Juli 25jähriges Vere­in­sju­biläum des MGV 1881 Gau-Algesheim. Aus diesem Anlaß war der Lan­des­fürst, Seine königl. Hoheit, Ernst Lud­wig, Großher­zog von Hes­sen und bei Rhein, in unser­er Stadt. Die „Cäcil­ia“ nahm am Gesangswettstre­it teil und errang in der Klasse I, Abt. B. den ersten Preis und den Ehren­preis. Ein Novum in der Vere­ins­geschichte! 01. Jan. 1908 Fes­tkonz­ert zur Feier des 60jährigen Stiftungs­festes. Durch die for­mvol­len­dete Rede und durch einen von Kaplan Belz ver­faßten und von Fräulein Maria Stegmay­er vor­ge­tra­ge­nen Pro­log wurde der Ver­anstal­tung die entsprechende Würde ver­liehen. 11. Aug. 1909 Dies war ein Ehrentag für die „Cäcil­ia“. Der Sängervet­er­an Josef Ewen, der 1882 nach Nor­dameri­ka auswan­derte, war zu Besuch in sein­er Heimat. Für die vie­len Aufmerk­samkeit­en, die er zwis­chen­zeitlich dem Vere­in zukom­men ließ, wurde er zum Ehren­mit­glied ernan­nt. 01. Jan. 1910 Konz­ert in der Turn­halle mit Auf­führung der Operette „Im weißen Rössl“. Die Turn­halle war bis zum let­zten Platz gefüllt. Viele mußten lei­der umkehren! Die Ver­anstal­tung war ein großer Erfolg. Wesentlichen Anteil daran hat­te die Spielschar unter der Leitung von Georg Kiesel 1. Fast­nacht­mon­tag: Beteili­gung an der 70jährigen Geburt­stags­feier von Kom­merzien­rat Richard Ave­nar­ius. Ehren­mit­glied, Direk­tor Nathan aus Berlin, und Kom­merzien­rat Ave­nar­ius über­weisen zur Förderung der Vere­ins­be­stre­bun­gen namhafte Geld­be­träge. 07. Mai 1911 Mitwirkung an der Ver­anstal­tung des Blu­men­t­ages zum Besten der Säuglings­für­sorge Hes­sen. 02. Juli Teil­nahme an dem Bun­des­fest des Mit­tel­rheinis­chen Sänger­bun­des in Bin­gen. 12. Mai 1912 Mitwirkung bei der Ein­wei­hung des Bis­mar­ck­turmes auf der Waldeck.

1913

Unter der Leitung von Sänger, Bäck­er­meis­ter Georg Kiesel jun., bildet sich in der ev. Kirchenge­meinde ein Kirchen­chor. Der Gottes­di­enst fand zu dieser Zeit im Saal der alten Schule in der Lang­gasse statt. 01. Jan. Neu­jahrstag: Konz­ert und Ball in der Turn­halle. 03. Aug. Mitwirkung beim 25. Stiftungs­fest des kath. Kirchen­musikvere­ins. 26. Okt. Mitwirkung an der Jahrhun­dert­feier der Erhe­bung und Befreiung Deutsch­lands.

1914 — 1924 Kriegs- und Nachkriegsjahre

Mit einem wohlgelun­genen und gut besucht­en Konz­ert in der Turn­halle wurde das neue Jahr 1914 begrüßt. Der Konz­ertkri­tik­er schreibt: „ Die Prü­fung hat die „Cäcil­ia“ glänzend bestanden. Es wur­den gediegene, wenn auch kom­plizierte und anspruchsvolle Chöre auf den Neu­jahrstisch gelegt. Dem Diri­gen­ten, Her­rn Förster, gebührt volles Lob.“ Der Aus­bruch des 1. Weltkrieges brem­ste die weit­ere Entwick­lung. Am 1. August 1914 wird die deutsche Mobil­machung ver­fügt und Ruß­land den Krieg erk­lärt. Zwei Tage später erfol­gt die Kriegserk­lärung an Frankre­ich. Wie ihre Geg­n­er, glaubten auch die Deutschen einen gerecht­en Vertei­di­gungskrieg zu führen. Ein Taumel der Begeis­terung war in den Rei­hen des Vere­ines zu spüren. 35 Sänger wur­den in den kom­menden Monat­en des Jahres 1914 zu den Waf­fen gerufen. Hierzu ste­ht im Pro­tokoll­buch: „Die Sänger sind dem Ruf des Kaisers gefol­gt um das Vater­land zu vertei­di­gen.“ Sie glaubten nach einem raschen Sieg, Wei­h­nacht­en wieder zu Hause zu sein. Lei­der ein Trugschluß, wie sich her­ausstellte. Aus dem Vere­insver­mö­gen wur­den Mit­tel bere­it­gestellt, um den im Kriegs­di­enst ste­hen­den Mit­gliedern Liebesgaben zu senden. Alle Vere­in­sak­tiv­itäten ruht­en. Am 22. August 1914 war bere­its das erste Opfer aus den Rei­hen des Vere­ines zu bekla­gen. Sänger Adolf Fleis­ch­er fiel bei den Gefecht­en in Bel­gien. Durch eine Granat­split­ter­ver­let­zung starb Anfang Jan­u­ar 1915 Sänger Friedrich Hat­te­mer in einem Lazarett zu St. Quentin/Frankreich. Am 12. Feb­ru­ar 1916 ist Sänger Georg Jouaux bei Ypern durch einen Kopf­schuß den „Helden­tod“ gestor­ben, und am 21. Juli 1916 starb in Ruß­lands Gefilden Sänger Jakob Lam­brich durch einen Granat­tr­e­f­fer. Sänger Wil­helm Strö­bel wurde am 28. Novem­ber 1917 bei Paaschen­daele in Flan­dern schw­er ver­wun­det und ist an dieser Ver­wun­dung gestor­ben. Der Gesangvere­in Cäcil­ia hat­te somit ins­ge­samt fünf Krieg­sopfer zu bekla­gen. Ehre ihrem Ange­denken Ins­ge­samt star­ben an den direk­ten oder mit­tel­baren Fol­gen dieses unglück­seli­gen Krieges in Deutsch­land 12 Mil­lio­nen Men­schen, das waren etwa 18% der Gesamt­bevölkerung.

1919

Nach­dem am 11. Novem­ber 1918 die Feind­seligkeit­en an allen Fron­ten eingestellt waren, kehrten die Krieg­steil­nehmer wieder in die Heimat zurück und im Früh­jahr 1919 kon­nten die Vere­in­stätigkeit­en wieder aufgenom­men wer­den. Die Heimgekehrten schlossen sich mit neuen Mit­gliedern zusam­men, so daß Mitte des Jahres 91 Sänger unter der Leitung von Diri­gent Förster in der neuen Schule, Appen­heimer Straße, mit den Proben begin­nen kon­nten.

1920

Neu­jahrstag: Nach 6 jähriger Unter­brechung wurde wieder ein Konz­ert ver­anstal­tet. Der „Rheinis­che Volks­bote“ schreibt: „Der Män­ner­chor ist stärk­er und gewaltiger gewor­den und ver­fügt über ein gutes Stim­men­ma­te­r­i­al. Die vor­ge­tra­ge­nen Chöre zeugten von ein­er guten Auf­fas­sung und vorzüglich­er Schu­lung. Auch die aufge­führten Singspiele „Der wilde Toni“ und „Walpur­gisza­uber“ gin­gen flott über die Bret­ter und wur­den mit wohlver­di­en­tem Beifall belohnt.“ Im Kriege hat­te der Ver­fall der deutschen Währung begonnen, da die Kriegskosten nicht durch erhöhte Steuer aufzubrin­gen waren und die Knap­pheit an Waren und Lebens­mit­tel die Preise steigen ließ. Da auch die Eisen­bah­n­preise angestiegen waren, bil­ligte der Vor­stand dem Diri­gen­ten Förster eine Erhöhung seines Hon­o­rars von 25 auf 35 Mark pro Gesangstunde zu.

1921

Präsi­dent Peter Hellmeis­ter 2. tritt aus Alters­grün­den von seinem Amte zurück und wird zum Ehren­präsi­den­ten ernan­nt. Nach­fol­ger wird Stad­trat Wil­helm Ock­stadt.

1922 Gründung des „Arbeiter-Männer-Quartett Sängerlust“

Auszug aus dem Pro­tokoll­buch: „Der mod­erne Zeit­geist ließ bei ein­er Anzahl Sänger die Stim­mung laut wer­den, neben der aktiv­en Mit­glied­schaft bei der „Cäcil­ia“ auch noch einem zweit­en Gesangvere­in (Quar­tett) als Sänger, möglicher­weise einem neu zu grün­den­den, anzuge­hören. Der Vere­insvor­stand kon­nte diesem Wun­sche, welch­er ein­er berechtigten Grund­lage in jed­er Weise ent­behrte, nicht zus­tim­men. Eine außeror­dentliche Gen­er­alver­samm­lung bestätigte den Vor­stand. Die Folge war der Aus­tritt von 20 aktiv­en Mit­gliedern.“ Sicher­lich waren damals auch soziale und poli­tis­che Gesicht­spunkt mit auss­chlaggebend, die ein­er Tren­nung Vorschub leis­teten. Diese Entwick­lung forderte zwar zunächst Mei­n­ungsver­schieden­heit­en her­aus, die jedoch bald ver­schwan­den. Übrig blieb ein dis­tanziertes aber nie feindlich­es Nebeneinan­der. Am Mon­tag, 10 Juli 1922, fan­den sich deshalb im Gasthaus von Johann Hein­rich Bis­chel 2., gegenüber dem Bahn­hof, eine Anzahl sanges­freudi­ger Män­ner, die zum größten Teil der „Cäcil­ia“ ange­hörten, zusam­men, um einen neuen Gesangvere­in zu grün­den. Ein­berufer war Georg Scherf­fius, der diese Ver­samm­lung auch leit­ete. Bei dieser Grün­dungsver­samm­lung wurde Peter Maus zum 1. Vor­sitzen­den gewählt und dem neuen Vere­in den Namen „Arbeit­er-Män­ner-Quar­tett Sänger­lust“ gegeben. Die erste Gesang­sprobe des neuen Gesangvere­ines fand bere­its am 12. Juli 1922 im Gasthaus von Hein­rich Hof­mann in der Lang­gasse statt. Erster Diri­gent war Wen­delin Kamp aus Kempten bei Bin­gen.

1923

Unter der damals herrschen­den ökonomis­chen und poli­tis­chen Krise hat­ten eben­so wie andere Vere­ine, auch die „Cäcil­ia“ und die „Sänger­lust“ zu lei­den. Die von den Siegermächt­en des 1. Weltkrieges geforderten Repa­ra­tionszahlun­gen ver­schärften die Not. Infla­tion und Arbeit­slosigkeit bes­timmten den All­t­ag der Men­schen. Dazu kam noch, daß bed­ingt durch die Beset­zung des Ruhrge­bi­etes durch franzö­sis­che und bel­gis­che Sol­dat­en die deutsche Regierung das Volk zum pas­siv­en Wider­stand aufrief. Geplante Ver­anstal­tun­gen wie das „75jährige Jubiläum“ der Cäcil­ia und das Konz­ert der Sänger­lust mußten aus­fall­en, da viele aktive und pas­sive Mit­glieder, vor­wiegend Eisen­bah­n­er, wegen Teil­nahme am pas­siv­en Wider­stand in andere hes­sis­che Prov­inzen aus­gewiesen wur­den. Lei­d­tra­gende der Infla­tion waren vor allem das mit­tel­ständis­che Bürg­er­tum und die Vere­ine. Das Ver­mö­gen und die Erspar­nisse wur­den wert­los. In den Kassen­büch­ern wird mit „Bil­lio­nen“ gerech­net. Stad­trat Wil­helm Ock­stadt legt wegen Über­las­tung das Amt des 1. Vor­sitzen­den bei der „Cäcil­ia“ nieder. Neuer Präsi­dent wird Theobald Fleis­chmann. In dieser Gen­er­alver­samm­lung wurde beschlossen, den Sänger­beitrag pro Gesangstunde auf 25 Mark und den Jahres­beitrag für die pas­siv­en Mit­glieder auf 100 Mark anzuheben. Außer­dem darf der Prober­aum von Sängern mit bren­nen­den Pfeifen, Zigar­ren und Zigaret­ten nicht mehr betreten wer­den.

1924 „Arbeiter-Männer-Quartett Sängerlust“

In der Gen­er­alver­samm­lung am 15. März 1924 wurde Karl Domdey zum 1. Vor­sitzen­den gewählt. Am 2. Oster­feiertage fuhren die noch anwe­senden Sänger in Begleitung zahlre­ich­er Fre­unde nach Darm­stadt, um die aus­gewiese­nen Mit­glieder zu besuchen. Mit diesem Besuch wollte man auch das Zusam­menge­hörigkeits­ge­fühl mit ihnen zum Aus­druck brin­gen. Die Freude war auf bei­den Seit­en sehr groß. Ende August 1924, nach­dem die aus­gewiese­nen Mit­glieder wieder in die Heimat zurück­gekehrt waren, wurde in bei­den Vere­inen die Tätigkeit­en wieder regelmäßig aufgenom­men. 7. Sept. 1924: Erstes Konz­ert in der Turn­halle unter dem Diri­gat von Albert Grölls, Mainz, der inzwis­chen die Stabführung über­nom­men hat­te.

26. Oktober 1924 Der Hessische Sängerbund wird in Darmstadt gegründet

Durch die ver­hält­nis­mäßige späte Grün­dung des Hes­sis­chen Sänger­bun­des war es gelun­gen, die im Gebi­et des Deutschen Sänger­bun­des um die Städte Darm­stadt, Mainz und Gießen klaf­fende Lücke zu schließen und die zum Volksstaat Hes­sen gehören­den Män­nerge­sangvere­ine dem Deutschen Sänger­bund zuzuführen. Über 400 Män­nerge­sangvere­ine mit 12000 Sängern erk­lärten ihren Beitritt, darunter auch der Gesangvere­in „Cäcil­ia“. Bei der Grün­dungs­feier im Städtis­chen Saal­bau in Darm­stadt war die „Cäcil­ia“ mit ein­er Abor­d­nung vertreten und erhielt eine extra hergestellte Grün­dung­surkunde. Es wurde beschlossen, eine eigene Sängerzeitung — die Hes­sis­che Sänger­warte — her­auszugeben. Der 1. Vor­sitzende des Gesangvere­ins „Cäcil­ia“, Theobald Fleis­chmann wurde als Beisitzer in den Vor­stand des Sänger­gaues Bin­gen berufen.

1925 — 1939 Die Zeit zwischen den Weltkriegen

Die Jahre der Besatzung 1923–1930 waren nicht frei von Zwän­gen und Ein­schränkun­gen, die sich dann von 1933–1945 im Hitler-Staat noch ver­stärk­ten. Nach­dem sich die Währung sta­bil­isiert hat­te und wieder einiger­maßen geord­nete Ver­hält­nisse einge­treten waren, kon­nte sich das Leben in den Vere­inen weit­er­en­twick­eln. Sie kon­nten daran denken, neben den jährlichen Konz­erten, The­at­er­aben­den und Masken­bällen, die ver­schobe­nen Feste nachzufeiern.

1925

27. — 29. Juni 1925 Nach­feier des 75. Stiftungs­festes der „Cäcil­ia“ auf der Ble­iche Eine neue Fahne, die dritte in der Vere­ins­geschichte, wurde von der Bon­ner Fah­nen­fab­rik zum Preise von 798.- Mark geliefert. Sie trägt auf der einen Seite das Bild der heili­gen Cäcil­ia und auf der anderen das Stadt­wap­pen mit dem Vere­ins­mot­to: „Rein im Liede, rein im Wein, drum singt und trinkt am deutschen Rhein.“ Lei­der war am Ende des Festes ein Defiz­it von 1120,76 Mark zu verze­ich­nen. Aus gesund­heitlichen Grün­den wurde Chor­leit­er August Förster vom Diri­gen­te­namt ent­bun­den; Nach­fol­ger wurde Hein­rich Geisendör­fer aus Mainz. „Arbeit­er-Män­nerquar­tett-Sänger­lust“: Ein Vere­in muß eine Fahne haben, um die sich die Mit­glieder in Freud und Leid ver­sam­meln kön­nen! So woll­ten es die Anwe­senden bei der außeror­dentlichen Gen­er­alver­samm­lung am 25. Juli 1925.

1926 Fahnenweihe

Im Juni 1926 war es dann soweit. Ver­bun­den mit einem Wer­tungs- und Ehren-Preissin­gen vom 26.–28. Juni 1926 wurde sie eingewei­ht. Die Begeis­terung war groß, denn die Fir­ma Krieg & Schwarz­er hat­te den Auf­trag zur Zufrieden­heit aller zum Preise von 750.- Mark aus­ge­führt. Neben dem Gau-Algesheimer Wap­pen zierte der gewählte Grün­dungsspruch: „In Treue fest, zum deutschen Lied“, die Fahne. In diesem Jahre über­nahm der Mainz­er Hein­rich Scherf­fius die gesan­gliche Leitung des Arbeit­er-Män­ner-Quar­tetts.

1929

28. April 1929 3. Gauliedertag des Sänger­gaues Bin­gen anläßlich des 80. Beste­hens des GV „Cäcil­ia“. 23 Vere­ine stell­ten sich den Wer­tungsrichtern im Saal­bau Kühn und in der Turn­halle. Der Aus­bruch der Weltwirtschaft­skrise im Okto­ber 1929, die durch den Sturz der Aktienkurse an der New York­er Börse aus­gelöst wurde, machte sich auch in den bei­den Vere­inen bemerk­bar. Da die Aufträge für die Indus­trie aus­blieben, dro­ht­en Ent­las­sun­gen und damit Arbeit­slosigkeit. Das Wirtschaft­sleben stock­te und einzelne Banken kamen in Schwierigkeit­en. Die Vere­in­skassier­er hat­ten Angst, daß anges­parte Gelder ver­loren gin­gen. Da die Arbeit­slose­nun­ter­stützung bei ein­er nicht gerin­gen Sängerzahl kaum aus­re­ichte, das bloße Leben zu erhal­ten, wur­den diesen eingeräumt, nur so viel von den sei­theri­gen Beiträ­gen zu zahlen, wie es ihr Einkom­men ges­tat­tete.

1933

Nach der Machtüber­nahme durch die Nation­al­sozial­is­ten geri­eten bei­de Vere­ine in Schwierigkeit­en. Mit der Ernen­nung Hitlers zum Reich­skan­zler am 30.01.1933 begann der Prozeß der Gle­ich­schal­tung in den Län­dern und Kom­munen, aber auch der Ver­bände und Vere­ine. Das Arbeit­er-Män­ner-Quar­tett Sänger­lust wurde vom 29. Juni bis 5. Okto­ber 1933 ver­boten, das Ver­mö­gen vorüberge­hend beschlagnahmt und erst nach Able­gung des „Arbeit­er“ im Vere­in­sna­men wieder zuge­lassen. Von ihrem Chor­leit­er Fritz Jäger mußte sich der Vere­in auf­grund des „Ari­er-Para­graphen“ tren­nen. In außeror­dentlichen Mit­gliederver­samm­lun­gen wurde die Gle­ich­schal­tung vol­l­zo­gen. Der Gau­vor­sitzende des Hes­sis­chen Sänger­bun­des, Heinz Wal­lior, und der Gau-Algesheimer Stützpunk­tleit­er Ebn­er gaben die neuen Bes­tim­mungen bekan­nt. Die bish­eri­gen Vor­sitzen­den mußten sich jet­zt „Vere­ins­führer“ nen­nen und weit­er hieß es: „Der Vere­ins­führer ernen­nt den Vor­stand, so ver­langt es das Führerprinzip. Jed­er Sänger muß die Überzeu­gung haben, daß er mit der Pflege des Deutschen Liedes eine nationale Pflicht erfüllt und soll diese nationale Tat allen gegenüber stolz beken­nen.“ Alle Vere­ine mußten dem DSB beitreten. Daß dieses Dik­tat nicht bei allen Sängern Zus­tim­mung fand, ist sicher­lich nachzu­vol­lziehen. Auszug aus dem Pro­tokoll­buch der Sänger­lust zu diesem Punk­te: „Wollen wir den weit­eren Bestand und Auf­stieg des Vere­ins, so geloben wir, daß wir im Streben noch größeres zu leis­ten nicht nach­lassen wer­den und Hin­dernisse, gle­ich welch­er Art, die sich uns ent­ge­gen­stellen wer­den wir zu über­winden wis­sen.“ Führer des Gesangvere­ins „Cäcil­ia“ wurde Kon­rad Hang; Chor­leit­er der „Sänger­lust“ Hanns Betz aus Mainz.

1934

Män­ner-Quar­tett-Sänger­lust: Dem Vere­in wird ein Bech­stein-Flügel zum Preise von 1200 Mark ange­boten. Der Vor­stand beschließt, das gün­stige Ange­bot der Fa. Mürzfeld aus Frank­furt anzunehmen und ihn zu kaufen.

1935

Geistl. Rat und Dekan Josef Rudolf ist 25 Jahre Pfar­rer in Gau-Algesheim. An der Feier beteiligten sich auch die Gesangvere­ine. Der Chor­leit­er Hanns Betz stirbt an ein­er Lun­genentzün­dung. Sein Tod bedeutet nicht allein für die „Sänger­lust“, son­dern auch für den Sängerkreis Bin­gen im Deutschen Sänger­bund einen großen Ver­lust. Im Pro­tokoll­buch heißt es: „Mit Hanns Betz ist ein edler Mann, Diri­gent und Men­schen­fre­und von uns gegan­gen. Soweit diese Worte dehn­bar sind, tre­f­fen sie bei dem Entschlafe­nen zu.“ Sein Nach­fol­ger wird Gesangslehrer Josef Dröss­er aus Wies­baden.

1938

90 jähriges Beste­hen des Gesangvere­ins „Cäcil­ia“ Ursprünglich war geplant, das Jubiläum in einem größeren Rah­men durchzuführen. Bed­ingt durch die Sperre zur Abhal­tung ein­er größeren Sängerver­anstal­tung durch den Sänger­bund, kam es auf Anre­gung von Pfar­rer Josef Rudolf, Geistl. Rat und Dekan, zu ein­er kirchen­musikalis­chen Feier­stunde. Im Verkündi­gungs­buch der kath. Pfar­rei ste­ht auszugsweise unter dem 17. Juli 1938: „Heute Abend um 1/2 9 Uhr ist eine kirchen­musikalis­che Feier­stunde in der Pfar­rkirche, die der Män­nerge­sangvere­in Cäcil­ia aus Anlaß seines 90jährigen durch seine mehrstim­mi­gen Gesänge ver­her­rlicht. Dazu kom­men Solovorträge geistlich­er Lieder und Vorträge von kirch­lichen Orgel­stück­en großer Meis­ter. Zu diesen rech­net auch Chris­t­ian Erbach, der um 1570 hier geboren ist. Er ist ein bedeu­ten­der Kom­pon­ist von Orgel­musik und lateinis­chen sowie deutschen Gesän­gen und für die Entwick­lung der Musik später­er Zeit­en von maßgeben­der Bedeu­tung. Wir haben allen Grund auf diesen bedeu­ten­den Musik­er als Sohn Gau-Algesheims stolz zu sein. Da es sich heute Abend um einen Gottes­di­enst han­delt, darf das Ver­hal­ten der Teil­nehmer kein anderes als bei allen anderen kirch­lichen Hand­lun­gen im Gotte­shause sein. Das wolle man beacht­en.“ Die Orgel­stücke wur­den von Her­rn Dr. Adam Got­tron, Mainz, aus den Kopi­en des E. v. Wer­ra im Bd. IV, der Denkmäler der Tonkun­st in Bay­ern, Leipzig 1903, her­aus­gegeben, abgeschrieben und den dama­li­gen Chor­leit­er der „Cäcil­ia“, Her­mann Hüther aus Mainz — er hat­te im Dezem­ber 1931 die Nach­folge von Her­rn Geisendör­fer ange­treten — zur Ver­fü­gung gestellt. Her­mann Hüther war neben sein­er Chor­leit­ertätigkeit Organ­ist an der ev. Alt­mün­sterkirche in Mainz und ein her­vor­ra­gen­der und wei­thin bekan­nter Kirchen­musik­er. Lei­der mußte er im 2. Weltkrieg sein Leben lassen. Seine Orgelkonz­erte in der Alt­mün­sterkirche erfreuten sich großer Beliebtheit und hat­ten immer einen guten Zus­pruch. Von daher ist auch die Verbindung zu Prof. Dr. Dr. Adam Got­tron enstanden. Im Pro­tokoll­buch ist zu lesen, daß das Gotte­shaus bis auf den let­zten Platz gefüllt war und viel Promi­nenz von auswärts dem Konz­ert bei­wohnte.

1939

Der Aus­bruch des 2. Weltkrieges am 1. Sept. 1939 lähmte alle Vere­in­stätigkeit­en. Bei­de Chor­leit­er und eine ganze Rei­he von Sängern wur­den zur Wehrma­cht einge­zo­gen. Es wurde beschlossen, falls der Krieg länger dauern sollte, den Einge­zo­ge­nen Liebe­spakete zu schick­en.

1940 — 1945 Die Kriegsjahre

Da viele Sänger den Kriegs­di­enst ableis­ten mußten, war eine ers­prießliche Arbeit in bei­den Chören nicht möglich. Zwar wurde Chor­leit­er Josef Dröss­er von der „Sänger­lust“ im Sep­tem­ber 1940 aus dem Heeres­di­enst ent­lassen und es fan­den auch wieder Chor­proben statt, aber erneute Ein­beru­fun­gen macht­en eine Weit­er­ar­beit unmöglich. Vom Hes­sen-Nas­sauis­chen-Sänger­bund, der Hes­sis­che Sänger­bund war mit­tler­weile in diesen Ver­band eingegliedert wor­den, wurde immer wieder die Bil­dung ein­er Kriegschorge­mein­schaft aus den drei Gau-Algesheimer Vere­inen gefordert. Eine erste gemein­same Probe fand dann auch am 7. Juni 1942 unter der Leitung von Josef Dröss­er im Saale Hof­mann statt. Die Führung dieser „lock­eren“ Vere­ini­gung hat­te Karl Domdey; Beisitzer waren Kon­rad Hang („Cäcil­ia“) und Franz W. Hes­sel (MGV). Zum Schrift­führer wurde Sänger Peter Schäfer vom Män­nerge­sangvere­in bes­timmt. Der erste Auftritt war am 27. Juni 1942 beim 50. Priester­ju­biläum von Pfar­rer, Geistl. Rat Dekan, Josef Rudolf, der den drei Gesangvere­inen als inak­tives Mit­glied ange­hörte. Diese „Not­ge­mein­schaft“ kam nie richtig zusam­men. Im Pro­tokoll­buch ist hierzu fol­gen­des ver­merkt: „Die Chorge­mein­schaft bestand aus drei Grup­pen Gruppe I : Sänger, die jede Probe besucht­en, Gruppe II : Sänger, die ab und zu erschienen, Gruppe III: Sänger oder Son­der­linge, die es vor­zo­gen, ohne irgendwelche Entschuldigung fern zu bleiben.“ Aus diesem Grunde schlief sie mit der Zeit ein. Der Win­ter 1942/43 brachte die Wende im Kriegs­geschehen. Die Schlacht um Stal­in­grad machte es allen deut­lich sicht­bar. Im Juni 1944 bere­it­eten dann die Amerikan­er und Briten die Inva­sion in der Nor­mandie vor. Deutsch­land versinkt, wie schon vorher ganz Europa, in Blut und Trä­nen! Die Bomber der west­lichen Allierten laden ihre Spreng- und Brand­bomben über Deutsch­land ab. Bin­gen und Mainz sind beson­ders hart betrof­fen. Ende 1944 erre­ichen dann die Amerikan­er und Briten den Rhein. Das Ende des Krieges ist abzuse­hen. Als die Amerikan­er am 20. März 1945 in Gau-Algesheim ein­rück­ten, fan­den sie eine Stadt vor, die der Bomben­hagel des 2. Weltkrieges fast unberührt gelassen hat­te. Auch durch die nachk­om­menden Panz­erver­bände wur­den nur geringe Schä­den verur­sacht. Im Juni 1945 zogen sich die let­zten Amerikan­er über den Rhein zurück. Unser heutiges Lan­dester­ri­to­ri­um wurde franzö­sis­che Besatzungszone. Chef der franzö­sis­chen Armee und zugle­ich auch für die gesamte Zone ver­ant­wortlich war Gen­er­al Paul Koenig, eine große, bes­tim­mende Per­sön­lichkeit. Im Novem­ber 1945 ließ er die Grün­dung demokratis­ch­er Parteien zu. Das staatliche Leben gewann seine erste Ord­nung und Struk­tur.

1946 — 1948 Der Neubeginn

Der Zweite Weltkrieg hat die Land­karte grundle­gend verän­dert. Die Zonengliederung führte 1945/46 zu ein­er Neuaufteilung des west­deutschen Gebi­etes und unser Rhein­hessen wurde 1947 dem neuen Bun­des­land Rhein­land-Pfalz zuge­ord­net. Wegen der dama­li­gen wirtschaftlichen und poli­tis­chen Schwierigkeit­en kam das Vere­insleben nur ganz langsam wieder in Gang. Zum Sin­gen bei Beerdi­gun­gen erteilte die franzö­sis­che Besatzungs­macht Einzel­genehmi­gun­gen und sie ver­fügte, daß für die Neu­grün­dun­gen Unter­la­gen vorzule­gen sind. Die Ein­stel­lung der gesan­glichen Tätigkeit­en in den Kriegs­jahren führte zu ein­er völ­lig neuen Auf­fas­sung des Begriffs „Freude spenden “. Alle, die zur Neu­grün­dung aufgerufen waren, wußten, was es den Men­schen bedeutete, wieder froh, frei und ungezwun­gen sein zu kön­nen. Lagen doch nicht nur die Kriegs­jahre hin­ter ihnen, son­dern auch eine Zeit der Unfrei­heit, wo weitest­ge­hend der Frohsinn befohlen und gle­ichgeschal­tet war. 14. April 1946 Neu­grün­dung der „Sänger­lust“ im Saale Hof­mann 1. Vor­sitzen­der: Georg Hellmeis­ter Chor­leit­er: Gesangslehrer Josef Dröss­er aus Wies­baden 26. Dez. 1946 Erstes Konz­ert der „Sänger­lust“ in der Turn­halle 08. Aug. 1946 Neu­grün­dung der „Cäcil­ia“ im Saale Hof­mann 1. Vor­sitzen­der: Josef Schmitt Chor­leit­er: Lehrer Georg Reitz 17./18. Jan. 1948 Nach­feier des 25jährigen Beste­hens der „Sänger­lust“ 17. Jan­u­ar Kom­mers in der Turn­halle. Neben Kün­stlern aus Wies­baden wirk­ten die kath. Kirchen­musik, der Gesangvere­in „Cäcil­ia“ und der Män­nerge­sangvere­in 1881 mit. 18. Jan­u­ar Konz­ert in der Turn­halle. Unter anderem Auf­führung des Löns-Lieder­spieles von Her­mann Erdlen.

20. Juni 1948 Die Währungsreform

Um das Geld­we­sen zu ord­nen, wurde als Sanierungsmit­tel die Währungsre­form einge­führt. Die DM löste die RM ab. Jed­er Ein­wohn­er erhielt am Stich­tag 40 DM, das soge­nan­nte Kopfgeld, eben­so beka­men Fir­men 40 DM für jeden Beschäftigten. Die RM-Guthaben auf den Banken wur­den 10:1 buch­mäßig umgestellt, wobei nur die Hälfte ver­füg­bar war. Da die Vere­ine infolge des Krieges keine großen Guthaben hat­ten, wurde die Währungsre­form gut über­standen, da für das zweite Hal­b­jahr 1948 die Beiträge in DM gezahlt wur­den. 3.–5. Juli 1948 100jähriges Stiftungs­fest des Gesangvere­ins „Cäcil­ia“ Feier in der Mark­thalle Dieses erste Fest nach der Währungsre­form wurde als ein Feiertag der ganzen Stadt betra­chtet. Alle Vere­ine sowie die Brud­ervere­ine aus der näheren Umge­bung halfen an der würdi­gen Aus­gestal­tung mit. Ein großer Festzug bewegte sich durch die Straßen. Der Wein, aus großen Fässern gezapft, und das kräftige Essen von Fes­t­wirt Otto Lin­de­mann sorgten für gute Stim­mung.

1949–1975 Der Aufbau mit anschließendem Wirtschaftswunder

Das Schlimm­ste war über­standen. Die Men­schen fassten neue Hoff­nung. Aus dem Schmerz und der Verzwei­flung, die der furcht­bare Krieg hin­ter­lassen hat, wuchs die Energie zum Neuen. Mit den „vollen Schaufen­stern“ nahm das deutsche Nachkriegs- und Wirtschaftswun­der seinen Anfang.Auch das boden­ständi­ge kul­turelle Leben sta­bil­isierte sich zunehmend und die Gesangvere­ine gewan­nen ihre anges­tammte Rolle im gesellschaftlichen Leben zurück. Die Schu­la­bgänger kamen in die Vere­ine und die Chorstärke betrug in den Anfangs­jahren bis zu 90 Sängern. Der Aufwärt­strend hielt bis in die 60er Jahre an. Nach dieser Zeit tren­nte sich die „Spreu vom Weizen“, zurück blieben die überzeugten Sänger, die sich nicht von den neuen Unter­hal­tungsange­boten abhal­ten ließen. 06. Febr. 1949 Konz­ert der „Sänger­lust“ im Saal­bau Kühn mit dem Budi-Trio aus Wies­baden Hier wurde bere­its spür­bar, wie stark und fun­da­men­tal das Chor­leben wieder Fuß gefaßt hat. Der Konz­ertkri­tik­er schreibt u.a.: „Der Saal­bau Kühn war bis auf den let­zten Platz gefüllt, als der Vor­sitzende Hellmeis­ter die Gäste begrüßte. Zur Vor­trags­folge kamen über­aus schwierige Werke wie „Die Hütte“ von Kaun, „An die Sterne“ von Stubbe, sowie die Urauf­führung „Der Ein­siedler“ mit einem Text von Eichen­dorff, ver­tont von H. Fleis­ch­er. Unter der Stabführung von Gesangsmeis­ter Dröss­er aus Wies­baden leis­tete der Chor vor­bildlich­es.“ 10.Sept. 1950 Auszug aus dem Pro­tokoll­buch des Gesangvere­in „Cäcil­ia“: „Nach dem heuti­gen Fre­und­schaftssin­gen in Hei­desheim fand in der Gast­wirtschaft Son­ntag eine kurz anber­aumte Vor­stand­sitzung statt. Tage­sor­d­nung: „Unwürdi­ges Ver­hal­ten des Diri­gen­ten Hans Hohn­er.“ Was war geschehen? Bei dem heuti­gen Fre­und­schaftsin­gen in der Hei­desheimer Mark­thalle ließ Herr Hohn­er nach dem ersten Lied die Sänger auf der Bühne ste­hen und ent­fer­nte sich zu einem Auftritt in Nieder-Saul­heim. Zwar wurde von Seit­en des Ver­anstal­ters die vorge­se­hene Rei­hen­folge nicht einge­hal­ten, was zu einem ver­späteten Auftritt führte, dies recht­fer­tigt aber nicht diesen unge­bührlichen und nicht angekündigten Abgang von der Bühne. Dem Chor­leit­er Hans Hohn­er wurde sofort schriftlich gekündigt!“ Die fol­gen­den Jahre waren für bei­de Gesangvere­ine eine gute Zeit. Es wurde geübt, gesun­gen, Feste gefeiert, Konz­erte und The­a­ter­nach­mit­tage gestal­tet, an Fre­und­schafts- und Wer­tungssin­gen teilgenom­men sowie Aus­flüge in die nähere und weit­ere Umge­bung gemacht. 27.–30.Juli 1951 Begrün­dung der Sanges­fre­und­schaft zwis­chen Din­golf­ing und Gau-Algesheim Es war im Hochsom­mer 1951, als die Liedertafel Din­golf­ing zum 13. Deutschen Sänger­bund­fest nach Mainz fuhr und für die Dauer der vier fes­tlichen Tage in Gau-Algesheim, der Heimat­stadt ihres Sängers Jakob Hang, in her­zlich­er Gast­fre­und­schaft unterge­bracht wurde. Damals wurde die Fre­und­schaft Din­golf­ing — Gau-Algesheim begrün­det Es entwick­elte sich eine Fre­und­schaft zwis­chen dem nieder­bayrischen und rhein­hes­sis­chen Sängern, die in den Fol­ge­jahren mit Besuchen und Gegenbe­suchen ver­tieft wurde und bis heute Bestand hat.

1955 600 Jahre Stadt Gau-Algesheim

Am 11. Feb­ru­ar jährte sich zum 600. Male der Tag, an dem Karl IV im Jahre 1355 zu Pisa dem Dorf „Algesheim“ alle Rechte und Priv­i­legien ein­er Stadt ver­lieh. Der Geburt­stag gab den Kirchen, den Schulen und den Vere­inen Ver­an­las­sung, in würdi­gen Ver­anstal­tun­gen des bedeu­tungsvollen Ereigniss­es zu gedenken. Die Häuser waren fes­tlich geschmückt und es war erfreulich, darunter die zum Fes­t­jahr neu geschaf­fene Gau-Algesheimer Stadt­fahne zu sehen. In ein­er öffentlichen Gedenk­feier am Abend des 11. Feb­ru­ar 1955 im Saal­bau Kühn, wur­den die bei­den Mit­bürg­er, Herr Dr. Hein­rich Ave­nar­ius-Her­born und Herr Karl Domdey, zu Ehren­bürg­ern ernan­nt. Die eigentliche Jahrhun­dert­feier fand im Fest­monat Juli statt. Auf dem Platz hin­ter der Volkss­chule wurde ein geräu­miges Festzelt aufge­baut, das zur Durch­führung ein­er Rei­he von viel­seit­i­gen Ver­anstal­tun­gen diente. Den Auf­takt bildete das 75jährige Stiftungs­fest des Turn­vere­ins „Ein­tra­cht“ vom 2.–4. Juli. Am 9. Juli ver­anstal­tete der Gesangvere­in „Cäcil­ia“, der Män­nerge­sangvere­in 1881 und die kath. Kirchen­musik, zusam­men mit der Tra­ch­t­en­tanz­gruppe „Edel­weiß“ und der Stadtkapelle aus Din­golf­ing einen Rheinisch-Bayrischen Abend, während am 10. Juli das Män­nerquar­tett „Sänger­lust“ zu einem größeren Konz­ert ein­ge­laden hat­te. Der große „Bunte Abend“ mit dem Süd­west­funk fand am 16. Juli statt. 5. April 1955 Plöt­zlich­er Tod von Karl Domdey Wie ein Lauf­feuer ver­bre­it­ete sich am Dien­stag, dem 5. April 1955 die Kunde, daß der 64jährige Ehren­bürg­er und 1. Beige­ord­nete Karl Domdey nach kurz­er, schw­er­er Erkrankung im Ingel­heimer Kranken­haus ver­stor­ben ist. Der sich nicht nur in Gau-Algesheim, son­dern auch im Kreis­ge­bi­et großer Beliebtheit erfreuende Demokrat, stand über 30 Jahre im Dien­ste der All­ge­mein­heit. So wurde er bere­its 1923 in den Gau-Algesheimer Stad­trat gewählt und ab 1932 1. Beige­ord­neter. Die nation­al­sozial­is­tis­chen Machthaber enthoben ihn zusam­men mit Bürg­er­meis­ter Anton Trapp im Jahre 1933 seines Amtes. Nach dem 2. Weltkrieg stellte er sich uneigen­nützig wieder zur Ver­fü­gung und übte das Amt des 1. Beige­ord­neten bis zu seinem Tode aus. Am 11. Feb­ru­ar 1955 wurde er auf­grund sein­er Ver­di­en­ste um das All­ge­mein­wohl anläßlich des 600. Stadtju­biläums zum Ehren­bürg­er ernan­nt. Neben sein­er Fam­i­lie, dem Beruf als Werk­meis­ter bei der Fir­ma Maehler & Kaege, Ingel­heim, und sein­er poli­tis­chen Tätigkeit galt seine ganze Liebe dem Gesang. Er war Grün­der und Präsi­dent des „Arbeit­er-Män­nerquar­tett Sänger­lust“ bis zu seinem Tode. Nicht weniger geschätzt war er als Alter­spräsi­dent der Gau-Algesheimer Vere­ine, die immer gern seinen Ratschlä­gen Gehör schenk­ten. 30. Juni- 75jähriges Beste­hen des MGV 1881 Gau-Algesheim 2. Juli 1956 An dem rheinis­chen Gesangswettstre­it beteiligten sich 24 Män­ner­chöre. 9. Nov. 1958 110 Jahre Gesangvere­in „Cäcil­ia“ Großes Jubiläum­skonz­ert im Saal­bau Kühn mit den eben­falls unter der Leitung von Fer­di­nand Deit­ers, Wies­baden, ste­hen­den Chören MGV „Fre­un­des­bund“ Erbach und MGV „Frohsinn“ Rauen­thal. 13./14. Jan. 1962 The­ater-Nach­mit­tage des GV „Cäcil­ia“ im Saal­bau Kühn. Auf­führung von „Pfef­fer und Salz“ Auszug aus dem Pro­tokoll­buch: „Bei der The­at­er­auf­führung Pfef­fer und Salz – Komödie in 3 Akten von Karl Bun­je – hat es einen unan­genehmen Zwis­chen­fall gegeben. Der Bürg­er­meis­ter Wil­helm Bis­chel und Geistl. Rat Josef Krämer hat­ten die Ver­anstal­tung ver­lassen und das Stück als „unmoralisch“ beze­ich­net. Das The­ater­stück wurde uns von der Spiele­ber­atung der Diözese Mainz zur Ver­fü­gung gestellt und wird von dort als „sehr gut“ beze­ich­net. Es wurde ein Gutacht­en ange­fordert, eine Anzahl Abzüge gemacht und den bei­den Her­ren, den gesamten Mit­gliedern, der Lehrerschaft sowie den Vor­sitzen­den ander­er Vere­ine zuge­sandt.“ 14.–16. Juli 1962 Sänger­fahrt des Män­nerquar­tett „Sänger­lust“ nach Belgien/Holland mit Besuch des Weltausstel­lungs­ge­bäudes und Auftritt im Stadt­park. 23. Okt. 1963 Konz­ert der „Sänger­lust“ im Saal­bau Kühn. Auszug aus dem Pro­tokoll­buch: „Zum ersten­mal in der Vere­ins­geschichte wirk­te dabei ein Kinder­chor, Knaben und Mäd­chen der Gau-Algesheimer Volkss­chule, mit. Daß die Pro­gram­mgestal­tung mit den Kindern eine gute Lösung war, bewies der Beifall des Pub­likums.“ In der Gen­er­alver­samm­lung am 18. Jan­u­ar 1964 wurde beschlossen, den Kinder­chor in den Vere­in aufzunehmen. Der 1. Vor­sitzende Jakob Wen­zel und Chor­leit­er Mar­tin Carl wur­den beauf­tragt, mit dem Rek­tor der Schule, Her­rn Heinz Sarg, zu sprechen. Die Volkss­chule stimmte zu und die Kinder probten ab sofort unter Mar­tin Carl. Lei­der war dies nicht von langer Dauer. Im Jahre 1966 löste sich der Chor wieder auf. 1966 1200 Jahre Gau-Algesheim Viel­seit­iges Pro­gramm In seinem Willkom­mensgruß zu den Ver­anstal­tun­gen der Gesangvere­ine zur 1200-Jahrfeier schrieb Bürg­er­meis­ter Wil­helm Bis­chel: „Sanges­brüder fühlen sich durch Gemein­schaftssinn und das Gefühl der Zusam­menge­hörigkeit ver­bun­den. Gemein­schaftssinn und das Gefühl der Zusam­menge­hörigkeit sind auch die wesentlichen Kom­po­nen­ten für das Wach­s­tum und das Gedei­hen der Städte und Gemein­den. Es ist uns deshalb eine beson­dere Freude, die Mit­glieder der Gesangvere­ine und den Tra­cht­en­vere­in Din­golf­ing mit der Kapelle Kur­zlech­n­er in unser­er Stadt begrüßen zu kön­nen.“ 25. Juni 1966 Fes­tkonz­ert des Män­nerquar­tett „Sänger­lust” im Saal­bau Kühn Aus­führende: Emmi Hable, Rüs­selsheim, Klavier Friedel Reisinger, Rüs­selsheim, Bari­ton Horn-Quar­tett des Süd­west­funk Carl’scher Män­ner­chor Gräfen­hausen GV „Ger­ma­nia“ 1873 Rüs­selsheim Män­nerquar­tett „Sänger­lust“ Gau-Algesheim Leitung: Mar­tin Carl, Mainz 23. Juli 1966 Brück­en­schlag vom Rhein zur Isar Großer Rheinisch-Bayrisch­er Bunter Abend im-Saal­bau Kühn. Der Gesangvere­in „Cäcil­ia“ hat­te die Liedertafel Din­golf­ing, den Tra­cht­en­vere­in, die bekan­nte Kapelle Kur­zlech­n­er und Vertreter der Stadt Din­golf­ing zu Gast. Die All­ge­meine Zeitung schreibt: „Heimatlich­es Brauch­tum bei­der Städte, die offene und her­zliche Begeg­nung von Men­sch zu Men­sch sind das bemerkenswerte Faz­it. Nichts ist der Fest­stel­lung hinzuzufü­gen, daß die Men­schen ohne die kul­turelle Betä­ti­gung der Vere­ine ohne Heimat wären.“ 5. Mai 1968 Großes Fes­tkonz­ert des Gesangvere­in „Cäcil­ia“ zum Anlaß des 120jährigen Beste­hen im Saal­bau Kühn Mitwirk­ende: MGV „Fre­un­des­bund“ Erbach, MGV „Frohsinn“ Rauen­thal, MGV Orlen im Taunus Unter­hal­tung­sor­ch­ester Bad Kreuz­nach, Leitung: Musikdi­rek­tor a.D. Weis­senborn Gesamtleitung: Chormeis­ter Fer­di­nand Deit­ers, Wies­baden 2. März 1969 Besprechung der 3 Gau-Algesheimer Gesangvere­ine im Ratskeller, Mark­t­platz Da sich ein aktueller Nach­wuchs­man­gel in einzel­nen Stim­men bei allen Vere­inen bemerk­bar machte, trafen sich die drei Vere­ine zu ein­er Aussprache. Man vere­in­barte, daß sich die Gesangvere­ine bei Beerdi­gun­gen gegen­seit­ig unter­stützen. Jed­er Vere­in lernt die Grablieder des Brud­ervere­ins! 5.–7. Juni 1971 90 Jahre Män­ner-Gesangvere­in 1881 Gau-Algesheim Die Jubiläumsver­anstal­tun­gen fan­den im Festzelt am Graulturm statt. Wer­tungs- und Fre­und­schaftsin­gen am 6. Juni 1971.

19.–22. Mai 1972 50 Jahre Männer-Quartett „Sängerlust“ 1922

Ver­bun­den mit einem großen Kri­tik- und Fre­undss­chaftsin­gen Der Schirmherr der Ver­anstal­tung war: Lan­drat Dr. Herib­ert Bick­el Fes­t­folge: 19. Mai Bunter Kom­m­ersabend mit den Gau-Algesheimer Vere­inen und vie­len Gästen. 20. Mai Die „Orginal Egerlän­der Musikan­ten“ unter Ernst Mosch 21. Mai Fre­und­schaftssin­gen mit 17 Chören. Abends: Fes­t­ball mit dem Schauorch­ester „Tivoli“ 22. Mai Abschlußball mit der „Con­trast-Band“ Alle Ver­anstal­tun­gen fan­den im Festzelt am Graulturm statt. 5. Sept. 1972 Gesangvere­in „Cäcil­ia“ tritt dem Sänger­bund Rhein­land-Pfalz bei.

31. Mai — 3. Juni 1973 125 Jahre Gesangverein „Cäcilia“ 1848 Gau-Algesheim

Glanzvolles Jubiläum im Festzelt am Graulturm mit Ver­lei­hung des Wap­pen­schildes des Lan­des, über­re­icht durch Lan­drat Dr. Herib­ert Bick­el. Die Schirmherrschaft hat­te der Präsi­dent des Land­tages Rhein­land-Pfalz, Dr. Johannes Bap­tist Rösler, über­nom­men. Fes­t­folge: 31. Mai Fre­und­schaftssin­gen mit 14 Chören Abends: Tanz mit der „Dream-Band“ 01. Juni Gross­er Bunter Abend mit dem Hazy-Oster­wald-Sex­tett 02. Juni Jubiläums-Fes­tabend mit dem Gesangvere­in „Liedertafel“ Din­golf­ing, der Volk­stanz­gruppe Din­golf­ing und den Gau-Algesheimer Vere­inen 03. Juni Früh­schop­pen Musikalis­ch­er Ausklang mit der „Con­trast-Band“ 6. Juni 1973 „Zel­ter­plakette für den Gesangvere­in „Cäcil­ia“ Im Rah­men ein­er Feier­stunde in der Lahn­stein­er Stadthalle erhielt der älteste Vere­in unser­er Stadt aus der Hand des Kul­tus­min­is­ters, Dr. Bern­hard Vogel, die Zel­ter­plakette. Sie ist die höch­ste Ausze­ich­nung, die an Gesang- und Musikvere­ine ver­liehen wird.

1975 Stagnierende Sängerzahlen zwingen die Vereine zu neuen Überlegungen

Kon­nte man noch in den 50er und 60er Jahren von ein­er regel­recht­en Blüte des Chorge­sanges sprechen, so hat sich dies in den 70er Jahren grundle­gend geän­dert. Die Anzahl der Sänger bei bei­den Vere­inen schwank­te zwi-chen 40 und 45 und zur Aktivierung der Chorar­beit wer­den Rund­schreiben verteilt, die aber lei­der wenig Wirkung zeigten. Freizeit und Freizeit­gestal­tung ist der Punkt, der für unsere Gesellschaft von immenser Wichtigkeit gewor­den war und nur wenige junge Sänger fan­den den Weg in die Chöre. Die Folge war, daß die tra­di­tion­s­gemäß jährlichen Konz­erte nicht mehr stat­tfind­en kon­nten. Es wur­den größere Zeitab­schnitte ein­gelegt und Gemein­schaft­skonz­erte mit den Chören des jew­eili­gen Chor­leit­ers ver­anstal­tet. 11. April 1976 Gemein­schaft­skonz­ert des GV „Cäcil­ia“ 1848, des MGV „Einigkeit“ Ock­en­heim, und des kath. Kirchen­chores Bin­gen-Kempten unter Mitwirkung der „Con­trast Band“ Gau-Algesheim in der Turn­halle. FOLKLORE AUS ALLER WELT Chor­leitung: Hans Joachim Schäfer, Ock­en­heim 29. Okt. 1978 Män­ner-Quar­tett „Sänger­lust“ 1922 Chor und Solis­tenkonz­ert in der Rad­sporthalle. Unter der Mitwirkung der Chorge­mein­schaft „Ein­tra­cht“ Groß-Ger­au, und des Eisen­bah­n­chores Darm­stadt. Solis­ten: Heinz Has­se­mer, Tenor, Rain­er Bolenz, Bass Frau Emmi Hable, Rüs­selsheim am Flügel. Gesamtleitung: Mar­tin Carl, Mainz

1981 „Jugendchor Gau-Algesheim“ gegründet

1982

Als sich die Chorstärke weit­er ver­ringerte — in bei­den Chören waren nur noch um die 35 Sänger aktiv — sucht­en die bei­den Vere­ine „Cäcil­ia“ und „Sänger­lust“ ein Gespräch mit dem Ziel, eine Chorge­mein­schaft einzuge­hen. 20. Okt. 1982 Erstes Tre­f­fen der Vorstände bei­der Vere­ine im Gasthaus „Vater Rhein“. Tage­sor­d­nungspunkt: Gespräch zur Bil­dung ein­er Chorge­mein­schaft. Grund­sät­zlich war eine Bere­itschaft dazu vorhan­den. Voraus­set­zung war aber, daß bei­de Vere­ine ihre anges­tammte Selb­ständigkeit behal­ten soll­ten. Die Mit­glieder soll­ten dazu gehört wer­den

1983

20. Febr. Mit­gliederver­samm­lung der „Sänger­lust” Rain­er Bolenz wird neuer 1. Vor­sitzen­der 9. März 1983 Abstim­mungs­ge­spräch zwis­chen bei­den Vorstän­den im Bezug auf die Chorge­mein­schaft. Bil­dung der Chorge­mein­schaft vere­in­bart Nach­dem die Sänger mehrheitlich für eine Chorge­mein­schaft ges­timmt hat­ten, kon­nten jet­zt die Einzel­heit­en fest­gelegt wer­den: 1. Auftritt unter dem Namen: „Chorge­mein­schaft Cäcilia/Sängerlust“ 2. Chor­leit­er Mar­tin Carl wird ab sofort die Gesamtleitung übernehmen. Als sein Nach­fol­ger ste­ht Michael Voll ab 1. Feb­ru­ar 1984 fest. 3. Die Vere­ine bleiben selb­st­ständig. Zur Bewäl­ti­gung der Gemein­schaft­sauf­gaben wird ein Gremi­um gebildet mit Sprech­ern. (Willi Haupt und Philipp Link) 4. Erste gemein­same Singstunde ist am 31. Mai 1983 in der Rad­sporthalle. Als neues Pro­belokal ist der Neben­raum des Schloß-Ardeck-Restau­rant vorge­se­hen. 5. Für den 2. Wei­h­nachts­feiertag 1983 ist ein Konz­ert geplant. 6. Alle Auftritte erfol­gen in Zukun­ft gemein­sam. 26. Dez. 1983 Erstes Konz­ert der Chorge­mein­schaft Cäcilia/Sängerlust in der Schloß-Ardeck-Sporthalle Die Presse schreibt: „Die neu gebildete Chorge­mein­schaft Cäcil­ia / Sänger­lust führte Werke aus Barock und Roman­tik auf. Das Kul­turgut „Gesang“ behält in der alten Wein­stadt einen hohen Stel­len­wert. Wie anders kön­nte man den guten Besuch des Konz­ertes – über 600 anwe­sende Zuhör­er – am 2. Wei­h­nachts­feiertag ver­ste­hen? Es war zugle­ich das Abschied­skonz­ert des langjähri­gen Diri­gen­ten Mar­tin Carl aus Mainz, der sich nach sein­er ver­di­en­stvollen Tätigkeit in Gau-Algesheim in den wohlver­di­en­ten Ruh­e­s­tand zurückzieht. In Würdi­gung sein­er Ver­di­en­ste um den Chorge­sang wurde ihm vom Lande Rhein­land-Pfalz die „Peter Cor­nelius Plakette“ ver­liehen.“ 28. Jan. 1984 Offizielle Ver­ab­schiedung von Mar­tin Carl im ev. Gemein­de­haus durch die poli­tis­che Gemeinde, die Kirchen und den Vere­in. 1. Febr. 1984 Michael Voll wird neuer Chor­leit­er der Chorge­mein­schaft 18. April 1985 Das Män­ner-Quar­tett „Sänger­lust“ tritt dem Sänger­bund Rhein­land-Pfalz bei. 11. Febr. 1987/ 11. Febr. 1988 „Ver­di­ente Bürg­er“ unser­er Stadt wer­den geehrt Alljährlich am Tage der Stadtrechtsver­lei­hung wer­den durch die Stadt ver­di­ente Bürg­er aus­geze­ich­net. Im Jahre 1987 war dies neben Frau Hed­wig Reitz unser im 84. Leben­s­jahr ste­hende Sänger Karl Kölsch . Es wurde gewürdigt, daß er seit 67 Jahren aktiv­er Sänger bei der „Cäcil­ia“ ist und dort vielfältige Auf­gaben wahrgenom­men hat. Außer­dem ist er 68 Jahre Mit­glied im Rad­sportvere­in und hat auch dort Dien­ste geleistet.1988 erhiel­ten die Ausze­ich­nung der Ehren­vor­sitzende der „Cäcil­ia“ Her­mann Hof­mann und Willi Kil­ian, Ehren­mit­glied der „Sänger­lust“, auf­grund ihrer Ver­di­en­ste für das All­ge­mein­wohl. 1. Mai 1989 Die Chorge­mein­schaft beschließt die Außen­ren­o­va­tion der Lau­ren­zikirche zu übernehmen 11. Febr. 1990 Maler­meis­ter Friedrich Wil­helm Has­se­mer „Ver­di­en­ter Bürg­er unser­er Stadt“ 50 Jahre Vor­standsmit­glied bei der „Cäcil­ia“ und 20 Jahre Kassier­er im Rad­sportvere­in zeu­gen von seinem großen Engage­ment.

1. Mai 1990 Festamt in der Laurenzikirche nach erfolgter Außenrenovierung

Unter großer Anteil­nahme der Gau-Algesheimer Bürg­er wurde in einem Fes­tamt die erfol­gre­iche Außen­ren­o­va­tion der Lau­ren­zikirche gefeiert. Gle­ichzeit­ig kon­nte an diesem Tag die Rück­kehr der vom Orgel­bauer Kör­fer in der Her­rborn­straße gebaut­en Orgel an den Ort ihrer Her­stel­lung, sowie die Sil­ber­hochzeit des Sän­gere­hep­aares Mar­lies und Gün­ter Ott gefeiert wer­den. Die Presse schreibt: Ein Jahrhun­der­twerk geschaf­fen „Wo gibt es eine solche Tat noch ein­mal? Frei­willig und unent­geltlich haben die Sänger der Chorge­mein­schaft Cäcilia/Sängerlust in annäh­ernd 2200 Stun­den die Außen­ren­ovierung der Lau­ren­zikirche zum Abschluß gebracht.…. Die ganze Gau-Algesheimer Kirchenge­meinde ist nun stolz auf die Sänger, denn sie haben ihr enorme Kosten erspart. Pfar­rer Hell­riegel beze­ich­nete den Arbeit­sein­satz der Chorge­mein­schaft Cäcilia/Sängerlust als ein wirk­lich­es Ruhmes­blatt der Gau-Algesheimer Geschichte. In einem Auf­satz über die Lau­ren­zikirche und ihre Baugeschichte endet er: „Fromme Men­schen, in der Haupt­sache aktive Sänger der Chorge­mein­schaft haben ein Jahrhun­der­twerk geschaf­fen. Vergelt es ihnen Gott! Deo gra­tias!“ Das, so Pfar­rer Hell­riegel, soll­ten die kom­menden Gen­er­a­tio­nen wis­sen. Die bei­den Vor­sitzen­den Willi Haupt und Rain­er Bolenz erk­lärten: „Mit unseren Arbeit­en woll­ten wir zum Aus­druck brin­gen, daß Fre­und­schafts­di­en­ste auch in unser­er heuti­gen Zeit noch möglich sind – zum Wohle aller, die diesen Fleck­en genau­so lieben wie wir!“ 26. Okt. 1991 Fam­i­lien­abend in der Rad­sporthalle Im Mit­telpunkt dieser Ver­anstal­tung stand die Ehrung unseres aktiv­en Mit­gliedes Karl Kölsch für 75 Jahre aktiv­er Sänger. Der im 90. Leben­s­jahr ste­hende Sänger hat sich große Ver­di­en­ste um das Vere­insleben erwor­ben. 14. März 1992 Außeror­dentliche Gen­er­alver­samm­lung des Gesangvere­in „Cäcil­ia“ 1848 und des Män­nerquar­tett „Sänger­lust“ 1922 in der Turn­halle Mit nach­ste­hen­dem Schreiben wur­den die Mit­glieder ein­ge­laden: Liebe Mit­glieder der bei­den Vere­ine! Am 12. April 1983 bilde­ten die bei­den Gesangvere­ine „Cäcil­ia“ und „Sänger­lust“ eine Chorge­mein­schaft. Das gemein­same Ziel war, mit bei­den, durch das Fehlen von Sängern arg zusam­mengeschmolzenen Chören, wieder einen qual­i­ta­tiv guten Klangkör­p­er zu bilden.. Nach nun­mehr neun gemein­samen Jahren kön­nen wir sagen, unsere Hoff­nun­gen haben sich erfüllt. Das Zusam­menge­hen hat sich bewährt, was sich durch die Leis­tun­gen des Chores bele­gen läßt. Auch im men­schlichen Bere­ich sind wir uns nahegekom­men, so daß bei der Gen­er­alver­samm­lung 1991 von den Sängern der Wun­sch kam, bei­de Vere­ine in einen Vere­in zusam­men­zuführen. Dies ist sich­er sin­nvoll, und da sich das Rad eh‘ nicht mehr zurück­drehen läßt, auch für die Vere­ins­führen­den sehr zu begrüßen. Wir, die 1. Vor­sitzen­den der bei­den Vere­ine haben deshalb für den 14. März 1992 um 19:30 eine außeror­dentliche Gen­er­alver­samm­lung ange­set­zt, um den Mit­gliedern der bei­den Vere­ine die Fusion vorzuschla­gen, und bei Zus­tim­mung einen neuen Vor­stand zu wählen und eine Satzung zu ver­ab­schieden. Für die „Cäcil­ia“ für die „Sänger­lust Wil­helm Haupt Rain­er Bolenz 1. Vor­sitzen­der 1. Vor­sitzen­der Alle Anwe­senden stimmten der Fusion zu. Die Ver­samm­lung gab sich eine neue Satzung und die Ein­tra­gung in das Vere­in­sreg­is­ter wurde beantragt. Der Name des neuen Vere­ins ist: Chorge­mein­schaft Cäcil­ia-Sänger­lust 1848/1922 e.V. Gau-Algesheim Zum Geschäfts­führen­den Vor­stand wur­den gewählt: Vor­sitzen­der: Wil­helm Haupt stel­lvertr. Vor­sitzen­der: Rain­er Bolenz Kassier­er: Franz Klumb Schrift­führer: Ger­hard Geiger 7. Dez. 1993 Vere­in­sklei­dung für kul­turelle Zwecke angeschafft. Auf Beschluß der Gen­er­alver­samm­lung vom 23.03.1993 hat sich der Vor­stand um eine Vere­in­sklei­dung bemüht; die dann am 7. Dezem­ber 1993 aus­geliefert wurde. Es han­delt sich um einen zweirei­hi­gen Sakko in „Brombeer/Rot“ mit schwarzem Innen­fut­ter, schwarz­er Hose mit Gür­tel sowie einem weißen Hemd mit verdeck­ter Knopfleiste und schwarz­er Schleife. Die neue Klei­dung wurde bei dem Konz­ert am 26. Dezem­ber 1993 zum ersten­mal getra­gen. 22. März 1996 Gen­er­alver­samm­lung im Schloß-Ardeck-Restau­rant Auf­nahme der Ala­gast Singers in die Chorge­mein­schaft. Bei dieser Mit­gliederver­samm­lung wurde beschlossen, daß die Ala­gast Singers –früher Ala­gastes Chor- als eine selb­ständi­ge Gruppe in die Chorge­mein­schaft aufgenom­men wer­den. Die Ala­gast Singers Am 17. Dezem­ber 1981 war in den Gau-Algesheimer Stadt­nachricht­en zu lesen: Jugend­chor in Gau-Algesheim Ein Wun­sch viel­er heimis­ch­er Jugendlichen wurde wahr. Wolf­gang Tauber, ein in Gau-Algesheim ansäs­siger Chor­leit­er, hat vor einiger Zeit einen Jugend­chor ins Leben gerufen. Mit­tler­weile sind drei recht gut besuchte Chor­proben durchge­führt und die Zahl der Mit­glieder ist auf über zwanzig angewach­sen. Ein Gespräch mit Wolf­gang Tauber ergab, daß er damit rech­net, noch einige junge Leute zwis­chen 15 und 25 Jahren für seinen Chor gewin­nen zu kön­nen, zumal er in den Lit­er­atur­wün­schen der jun­gen Gen­er­a­tion voll Rech­nung trägt. Die Palette der Lieder erstreckt sich über inter­na­tionale Folk­lore, Bea­t­les Songs, Musi­cal-Melo­di­en, Cat Stevens bis hin zu Hits der Gesangs­gruppe „Abba“. Dies ist sogle­ich Ange­bot als auch Her­aus­forderung an die Gau-Algesheimer Jugend. Die Gesangstunde ist von 19.00–20.00 Uhr fest­gelegt, jew­eils vor der Chor­probe des Gesangvere­ins „Cäcil­ia“. Für Auskün­fte ste­ht Herr Tauber jedem zur Ver­fü­gung. Gerne erteilen auch die Chor­mit­glieder Anette Dick­en­scheid, Römer­hof, Georg Fleis­chmann, Obere-Bein, und Klaus Fleis­chmann, Chris­t­ian-Erbach-Straße, nähere Infor­ma­tio­nen. Wolf­gang Tauber hat damit in unser­er Stadt ein Exper­i­ment gewagt, daß allen Anschein nach jet­zt schon als gelun­gen beze­ich­net wer­den darf. Vie­len Jugendlichen, denen die Chor­lit­er­atur von Gesangvere­inen nicht so nahe ste­ht, ist damit die Gele­gen­heit geboten, sich mit ihnen zusagen­den Melo­di­en gesan­glich zu betäti­gen. Diese Ini­tia­tive des Her­ren Tauber ist nur zu begrüßen, da er den gesan­glich inter­essierten Her­anwach­senden die Möglichkeit ein­er sin­nvollen Freizeitbeschäf­ti­gung bietet. Es ste­ht voll im Inter­esse der offe­nen Jugen­dar­beit in unser­er Stadt, wenn sich die Zahl der Chor­mit­glieder recht bald noch ver­mehren würde. Die Ini­tia­tive für diesen neuen Chor ging von Musikredak­teur Wolf­gang Tauber aus, der zur dama­li­gen Zeit Chor­leit­er des Gesangvere­in „Cäcil­ia“ war. Zielset­zung eines solchen Jugend­chores sollte es sein, junge Men­schen für den Chorge­sang zu inter­essieren und für eine spätere Mitwirkung in den Gau-Algesheimer Gesangvere­inen zu motivieren. Tatkräftige Unter­stützung erfuhr der Jugend­chor von Seit­en des Gesangvere­in „Cäcil­ia“ durch den 1. Vor­sitzen­den Ger­hard Bis­chel, der den Flügel zum Proben zur Ver­fü­gung stellte, als auch durch die Stadt Gau-Algesheim in der Per­son von Bürg­er­meis­ter Franz Josef Bis­chel. Man gab sich den Namen „Jugend­chor Gau-Algesheim“, und Annette Dick­en­scheid wurde zur Vor­sitzen­den gewählt. Die Chor­lit­er­atur umfaßte Volks- und geistliche Lieder (Folk­songs und Spir­i­tu­als) sowie Pop­musik. Zur Kerb 1982 war schon der erste öffentliche Auftritt. Lei­der gab Wolf­gang Tauber im Okto­ber 1982 seine Chor­leit­ertätigkeit auf. Nun stand der junge Chor vor der ersten großen Bewährung­sprobe, einen neuen Chor­leit­er zu find­en, was sich durch die gerin­gen finanziellen Mit­tel, die zur Ver­fü­gung standen, als sehr schwierig erwies. Michael Voll, der zur dieser Zeit als musikalis­ch­er Leit­er der Gulaschsänger fungierte und eben auch den Gesangvere­in „Cäcil­ia“ über­nom­men hat­te, war bere­it, auch den Jugend­chor zu betreuen und auch für die erste Zeit ohne Ent­gelt. Im April 1984 wurde dann Klaus Fleis­chmann zum 1. Vor­sitzen­den gewählt. Zu diesem Zeit­punkt hat­te der Chor bere­its 26 Sän­gerin­nen und Sänger. Im gle­ichen Jahre wurde nach langer Beratung auch ein neuer Chor­name aus­ge­sucht. Von nun an nan­nte er sich: „Ala­gastes-Chor 1982 Gau-Algesheim“ Am 13. April 1986 war es dann soweit; in der Aula der Chris­t­ian-Erbach-Hauptschule fand das erste Konz­ert statt. Die Res­o­nanz war her­vor­ra­gend. Durch diesen Zus­pruch wurde der Chor so sehr motiviert, daß beschlossen wurde, alle 2 Jahre ein Konz­ert durchzuführen. Die Anzahl der Chor­mit­glieder hat sich stetig erhöht, so daß momen­tan 32 Sän­gerin­nen und Sänger aktiv tätig sind. Die Chor­lit­er­atur hat sich ein wenig verän­dert, es wird mehr Jazz und Pop gesun­gen, und zu beson­deren Anlässen auch kirch­liche Lieder. Im Jahr 1996 trat der 1. Vor­sitzende der Chorge­mein­schaft, Willi Haupt, an den Ala­gastes-Chor mit dem Vorschlag eines Zusam­men­schlusses her­an. Hin­ter­grund dieser Idee war, den Chorge­sang weit­er­hin aufrecht zu erhal­ten, wenn auch nicht in der tra­di­tionellen Form. Das hohe Durch­schnittsalter der Mit­glieder der Chorge­mein­schaft und der man­gel­nde Nach­wuchs war wohl ein weit­er­er auss­chlaggeben­der Punkt. Durch den Zusam­men­schluß sollte der Fortbe­stand der Chorge­mein­schaft gesichert wer­den. Nach Beratun­gen auf bei­den Seit­en wurde der Zusam­men­schluß vere­in­bart und während der Gen­er­alver­samm­lung im März 1996 beschlossen. Der Vor­stand des Ala­gastes-Chores wurde aufgelöst – Klaus Fleis­chmann und Kat­ja Ger­harz gaben ihre Ämter als 1. und 2. Vorsitzende/r nach 12jähriger Amt­szeit ab. Es gibt for­t­an nur noch ein Gremi­um von 8 Per­so­n­en, die die Belange des Chores regeln. In den erweit­erten Vor­stand der Chorge­mein­schaft sind als Sprech­er des Ala­gast-Chores Wern­er Buss und Kat­ja Ger­harz gewählt wor­den, die den Chor auch nach außen vertreten. Da der Ala­gastes-Chor durch die geän­derte Lit­er­atur jünger und mod­ern­er wurde, regten einige Chor­mit­glieder an, auch den Namen –der für nicht mehr zeit­gemäß befun­den wurde- zu ändern. Nach aus­führlichen Diskus­sio­nen und Beratun­gen wurde von den Sän­gerin­nen und Sängern der Name „Ala­gast Singers“ aus­gewählt. Gle­ichzeit­ig, um das „neue Image“ der Ala­gast Singers auch ver­stärkt nach Außen zu doku­men­tieren, wurde ein neues Chor-Logo kreiert und eine neue far­ben­fro­he Chorklei­dung angeschafft Dies auch vor dem Hin­ter­grund und dem Wun­sch viel­er Chor­mit­glieder, die Ala­gast Singers auch über die Gren­zen Gau-Algesheims bekan­nt zu machen. 10. Nov. 1996 Bene­fizkonz­ert der Ala­gast Singers zu Gun­sten der Pro­jek­thil­fe „Straßenkinder in Afri­ka“ in der Chris­tuskirche Büdesheim 28. Febr. 1997 Die Gen­er­alver­samm­lung beschließt das 150. Stiftungs­fest 1998 in einem angemessen­em Rah­men zu feiern. 14. Juni 1997 „Chore­ley“ The­ma Rhein­ro­man­tik Bei der vom Kul­tur­som­mer Rhein­land-Pfalz präsen­tierten Mam­mut-Ver­anstal­tung waren auch die Ala­gast Singers als Pop- und Jazz-For­ma­tion mit einge­bun­den. Das „Sin­gende Land“ schreibt hier­von: „Der absolute Höhep­unkt der cho­rischen Dar­bi­etun­gen war zweifel­sohne der Pop und Jaz­z­chor unter der wech­sel­seit­i­gen Leitung von Michael Kuhn und Michael Voll, denn diese For­ma­tion hat es mit Leichtigkeit geschafft, die Zuschauer zu wahren Beifallsstür­men hinzureißen.“ 5./7. Sept. 1997 Die Ala­gast Singers besuchen die Part­nerge­meinde Neudi­etendorf und geben dort ein Konz­ert unter Mitwirkung der „Con­trast Dix­ies“. 25./26. Okt.1997 Der Män­ner­chor der Chorge­mein­schaft besucht die Part­nerge­meinde Erfurt/Stotternheim und gibt dort ein Konz­ert. 15. Nov. 1997 Gemein­schaft­skonz­ert der Ala­gast Singers und des Musikvere­ins Mün­ster-Sarmsheim in Mün­ster-Sarmsheim. Hier wurde erst­mals ein Exper­i­ment gewagt: Chor und Big­band, u.a. mit Songs der Gruppe „Queen“. Ein voller Erfolg! 16. Nov. 1997 Deutsche Tal­ent­börse Inter­na­tionale Ama­teur-Wet­tbe­werbe für Unter­hal­tungskün­stler. Beim 14. Ama­teuer-Wet­tbe­werb für Nach­wuch­skün­stler 1997 in Oestrich-Winkel kon­nten die Ala­gast Singers die „Gold­ene Ton­leit­er“ in ihrer Sparte errin­gen. 19. Nov. 1997 Konz­ert der Ala­gast Singers in Dieter­sheim unter der Mitwirkung der Coun­try Band „Grey­hound“.

150 Jahre Chorgesang 1848 — 1998 in Gau-Algesheim

Ver­anstal­tun­gen 1998 — Son­ntag, 18. Jan­u­ar 1998 Eröff­nung des Jubiläum­s­jahres mit ein­er Bilder­ausstel­lung und Vorstel­lung der Festschrift im Rathaus — Son­ntag, 01. März 1998 Akademis­che Feier zusam­men mit der Stadt, zum Anlaß der Stadter­he­bungs­feier. (11.Febr. 1355 durch Kaiser Karl IV) — Sam­stag, 25. April 1998 Konz­ert der Ala­gast Singers in der Schloß-Ardeck-Halle — Fre­itag, 01. Mai 1998 Mit­gestal­tung des Gottes­di­en­stes in der Lau­ren­zikirche und anschließen­der Bewirtung für Alle. Besuch der Liedertafel Din­golf­ing — Fre­itag, 28. August 1998 Starabend zusam­men mit SWF4 — Sam­stag, 29. August 1998 14.00 Uhr Kinder­fest rund um das Schloß Ardeck 20.00 Uhr Fes­tkom­mers aller Gau-Algesheimer Vere­ine — Son­ntag, 30. August 1998 Fre­und­schaft­skonz­ert mit Gastchören — Son­ntag, 22. Nov. 1998 Kirchenkonz­ert in der kath. Pfar­rkirche St. Cos­mas und Dami­an mit Gastchören.

Komm vorbei und sing mit uns!
Wir würden uns sehr freuen!

Du hast noch Fragen?

So erre­ichst Du uns:

Chorge­mein­schaft Cäcil­ia-Sänger­lust 1848/1922 e.V. Gau-Algesheim
Schloss­gasse 7
55127 Gau-Algesheim
Pro­belokal: Restau­rant Schloß Ardeck
(großer Saal jeden Dien­stag 20:30 Uhr)

Tele­fon: +49 (0) 6725 3779
E‑Mail: vorstand@cgcs-gau-algesheim.de